Anzeige
 

DBV fordert echte Entlastungen statt Placebos im Mercosur-Streit

Die europäische Landwirtschaft steht vor einer entscheidenden Phase: Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten sorgt für Spannungen. Landwirte in Deutschland haben jüngst mit Autobahnblockaden ihren Unmut über die geplanten Regelungen deutlich gemacht. Der Deutsche Bauernverband (DBV) kritisiert, dass die von der EU vorgeschlagenen Maßnahmen nicht ausreichen, um die heimische Landwirtschaft effektiv zu schützen.

Kritik an fehlender finanzieller Unterstützung

DBV-Präsident Joachim Rukwied betont, dass die vorgeschlagenen Schutzklauseln und Finanzmittel nicht ausreichen. Seiner Meinung nach fehlen im Landwirtschaftskapitel des Abkommens wesentliche Entlastungen. Die EU-Kommission bietet lediglich an, dass die Mitgliedstaaten auf bestehende Mittel zugreifen können. Dies sind Gelder, die ohnehin für die Gemeinsame Agrarpolitik vorgesehen sind, und es gibt keinen zusätzlichen finanziellen Spielraum.

Flexibilitätsbeitrag als umstrittenes Instrument

Der Kern des EU-Vorschlags sieht vor, dass etwa 45 Milliarden Euro aus dem sogenannten Flexibilitätsbeitrag für landwirtschaftliche und ländliche Projekte eingesetzt werden können. Dieses Geld ist jedoch bereits in den nationalen und regionalen Partnerschaftsplänen (NRP) eingeplant und stellt keine neuen Mittel dar. Auch andere Unterstützungsmaßnahmen wie eine Zielquote von 48 Milliarden Euro für ländliche Räume oder Krisenreserven sind Teil des Plans.

Langfristige Planungssicherheit gefordert

Laut Rukwied handelt es sich bei diesen Geldern lediglich um theoretisch mögliche Vorschüsse, die keine dauerhafte Stabilität gewährleisten. Er fordert von der EU ein verlässliches Gesamtbudget von 500 Milliarden Euro zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit in der Landwirtschaft und in ländlichen Räumen. Ohne klare finanzielle Zusagen könnte der Binnenmarkt Gefahr laufen, in seiner Struktur zu zersplittern.

Weitere Nachrichten aus der Politik

Sven Schulze wird neuer Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt

Inmitten eines spannungsgeladenen Wahlkampfs in Sachsen-Anhalt hat die CDU eine strategische Personalentscheidung getroffen: Sven Schulze, bisheriger Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und...

Regierung beschleunigt Bauprojekte: Landwirtschaft bleibt außen vor

Die deutsche Bundesregierung plant eine umfassende Modernisierung der Infrastruktur, die seit langem vernachlässigt wurde. Dabei sollen Bauprojekte wie Straßen, Brücken und Wohngebäude...

EU-Reform: Droht Landwirten mehr Bürokratie bei der Saatgutaussaat?

Die Europäische Union plant, das bestehende Lebens- und Futtermittelrecht zu vereinfachen. Diese Initiative könnte jedoch für Landwirte in der Praxis zu unerwarteten...

Landwirte zweifeln an neuer Agrarpolitik

Die Internationale Grüne Woche hat in diesem Jahr nicht nur ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert, sondern auch als Plattform für Diskussionen über die...

EU-Agrarminister fordern raschen Notfallplan gegen Milchkrise

Die angespannte wirtschaftliche Situation der europäischen Landwirte war kürzlich Gegenstand intensiver Diskussionen zwischen den EU-Agrarministern und der EU-Kommission. Die sinkenden Preise für...