Im Jahr 2026 stehen in der Agrarpolitik Deutschlands bedeutende Themen und Entscheidungen an, die vor allem Landwirte betreffen. Die Diskussionen werden sich um die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), das Düngerecht, den Umgang mit dem Wolf sowie den Strommarkt drehen. Besonders Bayern wird eine Schlüsselrolle einnehmen, da es den Vorsitz der Agrarministerkonferenz innehat.
Bayern setzt agrarpolitische Akzente
Bayern wird im Jahr 2026 eine zentrale Rolle in der deutschen Agrarpolitik spielen. Unter dem Vorsitz von CSU-Agrarministerin Michaela Kaniber wird das Bundesland die Agrarministerkonferenzen leiten, bei denen wichtige Themen wie die Reform der GAP auf der Agenda stehen. Gemeinsam mit Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und den Länderagrarministern sollen Lösungen gefunden werden, die für landwirtschaftliche Betriebe von Bedeutung sind.
Umweltminister und das Wolfsmanagement
Ein weiteres zentrales Thema für 2026 ist die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht, was insbesondere in Sachsen diskutiert wird. Der dortige Agrar- und Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU) betont die Notwendigkeit eines pragmatischen Umweltschutzes, der auch den Herdenschutz und die Entnahme problematischer Wölfe umfasst. Für Landwirte sind diese Entscheidungen entscheidend, da sie direkte Auswirkungen auf ihre tägliche Arbeit haben können.
Verbraucherschutz und Preistransparenz
Brandenburg wird den Vorsitz der Verbraucherschutzministerkonferenz übernehmen und plant, sich intensiv mit Preistransparenz im Lebensmittel- und Energiesektor zu befassen. Verbraucherschutzministerin Hanka Mittelstädt (SPD) will sicherstellen, dass Verbraucher nachvollziehen können, wie sich Preise zusammensetzen. Dies könnte auch für Landwirte relevant sein, da es Fragen rund um die Preisgestaltung ihrer Produkte betrifft.
Energiepolitik im Fokus
Niedersachsen wird 2026 die Energieministerkonferenzen leiten. Energieminister Christian Meyer (Grüne) unterstreicht die Bedeutung der Energiewende und fordert niedrigere Strompreise durch den Ausbau erneuerbarer Energien. Für landwirtschaftliche Betriebe ist dies von Interesse, da viele auf eine stabile und kostengünstige Energieversorgung angewiesen sind.
Nach Angaben von Verbraucherorganisationen sind die Strompreise bereits um bis zu 17 % gesunken, was teilweise auf den Ausbau erneuerbarer Energien zurückzuführen ist. Die Energieministerkonferenzen werden sich mit diesem Thema sowie mit dem EEG und dem Wärmegesetz auseinandersetzen.
Agrarpolitische Akteure bei Landtagswahlen
Bei den Landtagswahlen im Jahr 2026 treten mehrere Politiker mit agrarpolitischem Hintergrund an. In Baden-Württemberg kandidiert der ehemalige Bundesagrarminister Cem Özdemir (Grüne), während in Sachsen-Anhalt Sven Schulze (CDU), derzeitiger Wirtschafts- und Landwirtschaftsminister, als Ministerpräsident kandidieren möchte. Diese Wahlen könnten Einfluss auf die agrarpolitischen Prioritäten in Deutschland haben.
Auch in Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern werden neue Landtage gewählt, wobei erfahrene Politiker wie Alexander Schweitzer (SPD) und Till Backhaus (SPD) antreten. Die Ergebnisse dieser Wahlen könnten ebenfalls Auswirkungen auf die Landwirtschaftspolitik haben.
