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Schweinehalter fordern ehrliche Politik: Tierhaltungsumbau stockt

Die jüngste Entscheidung des Bundeslandwirtschaftsministers Alois Rainer, das Bundesprogramm zur Förderung des Umbaus der Tierhaltung (BUT) zurückzuziehen, hat viele Schweinehalter unvorbereitet getroffen. Ursprünglich hatten die Landwirte gehofft, dass die Bedingungen des Programms überarbeitet werden würden, da diese aus der Amtszeit von Özdemir stammen und oft als praxisfremd angesehen wurden. Die Antragsfrist wurde zwar auf Ende August 2026 verlängert, doch angesichts der langwierigen Baugenehmigungsverfahren erscheint auch dieser Zeitraum für viele Betriebe unrealistisch.

Herausforderungen für Schweinemäster

Für die Schweinemäster könnte das Ende der staatlichen Förderung gerade noch verkraftbar sein. Einige Landwirte argumentieren, dass der Markt letztendlich die Haltungsformen 3 und 4 finanzieren muss, wenn er sie nachfragt. Diese Haltung spiegelt eine gewisse Resilienz wider, da viele Produzenten bereit wären, den Umbau ohne staatliche Unterstützung zu stemmen – vorausgesetzt, die Verbraucher sind bereit, höhere Preise zu zahlen.

Sauenhalter in einer prekären Lage

Ganz anders sieht es jedoch für die Sauenhalter aus. Der Wegfall der Bundesförderung trifft sie besonders hart. Sie stehen vor strengen gesetzlichen Fristen: Bis 2029 müssen Deckzentren und bis 2036 Abferkelbereiche umgebaut sein. Nur Bayern und Baden-Württemberg bieten derzeit Förderprogramme an, allerdings mit Einschränkungen wie Einkommensgrenzen und dem Ausschluss gewerblicher Betriebe.

Viele deutsche Sauenhalter sehen sich nun ohne jegliche Unterstützung konfrontiert. Ihnen wurde einst versprochen, dass sie beim Umbau unterstützt würden. Angesichts der hohen Anforderungen deutscher Standards gegenüber dem europäischen Niveau fordert Jürgen Dierauff in seiner Kolumne einen offenen Dialog mit den Politikern über praktikable Anpassungen.

Ein Appell an die Politik

Dierauff drängt darauf, dass Politiker ehrlich über die finanziellen Mittel sprechen müssen und darüber hinaus Lösungen anbieten sollten. Sollte kein Geld für ein nationales Umbauprogramm vorhanden sein, müsse man dringend diskutieren, wie bestehende Sauenställe an höhere Standards angepasst werden können.

Die aktuelle Situation verdeutlicht einmal mehr die Herausforderungen und Unsicherheiten, denen sich Landwirte in Deutschland gegenübersehen. Eine klare Kommunikation seitens der Regierung sowie konstruktive Lösungsansätze sind dringend erforderlich, um eine nachhaltige Zukunft für die Tierhaltung in Deutschland zu gewährleisten.