Die Preise für Mais der neuen Ernte verharren in Polen auf einem niedrigen Niveau. In absehbarer Zeit ist mit einer Erholung nicht zu rechnen. Nach Angaben von Marktanalysten liegt das Preisband für trockenen Mais in den Häfen derzeit bei 720 bis 740 Złoty pro Tonne. Trotz dieses vergleichsweise günstigen Angebots gestaltet sich der Absatz auf den europäischen Märkten schwierig.
Ein wesentlicher Grund dafür ist der Wegfall wichtiger Abnehmer. So ist der britische Markt nahezu vollständig verloren gegangen. Dort wurde einer der größten Bioethanol-Standorte geschlossen, wodurch die Nachfrage nach polnischem Mais eingebrochen ist. Auslöser war ein Handelsabkommen zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten, das kaum öffentlich diskutiert wurde. Die Vereinbarung führt zur Abschaffung von Zöllen auf amerikanische Rohstoffe und erleichtert den Import von US-Bioethanol nach Europa. Für den Maismarkt in der EU bedeutet dies einen spürbaren Rückgang des Bedarfs.
Auch der Absatz nach Deutschland ist in diesem Jahr erheblich eingeschränkt. Die heimischen Landwirte dort konnten eine gute Ernte einfahren und beliefern die Verarbeiter direkt. Damit greifen deutsche Abnehmer verstärkt auf regionale Ware zurück, statt Mais aus dem Ausland zu importieren.
Für die polnischen Erzeuger ergibt sich daraus eine angespannte Marktlage. Sinkende Exportmöglichkeiten und eine hohe Konkurrenz durch europäische Eigenproduktion setzen die Preise weiter unter Druck.
