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Deutz übernimmt Sobek und stärkt Antriebsgeschäft

Die Kölner Deutz AG hat den Elektronikspezialisten Sobek übernommen. Das Unternehmen entwickelt elektrische Hochleistungsantriebe mit passender Steuerungselektronik, die bisher vor allem im Motorsport, in der Luft- und Raumfahrt sowie in der Medizintechnik eingesetzt wurden.

Bereits Anfang des Jahres hatte Vorstandschef Sebastian Schulte Pläne für neue Geschäftsfelder angedeutet. Im März sorgten erste Details über mögliche Schritte in Richtung Verteidigungssektor für erhebliches Interesse an der Börse. Die Deutz-Aktie legte daraufhin um rund 80 Prozent zu. Fachleute verweisen auf die Kombination aus klarer Unternehmensstrategie und attraktiven Marktchancen, die den Konzern von seinen Wettbewerbern abhebt.

Mit der Übernahme von Sobek für einen Betrag im niedrigen dreistelligen Millionenbereich verschafft sich Deutz Zugang zu wichtigen Technologien. Besonders die Integration elektrischer Antriebe in unbemannte Flugsysteme eröffnet den Einstieg in den Drohnenmarkt, der als margenstark und weniger konjunkturabhängig gilt als der klassische Dieselmotorenmarkt. Für das Geschäft im Verteidigungsbereich erwartet das Unternehmen bis 2025 Umsätze im mittleren zweistelligen Millionenbereich.

Die Transaktion ist zugleich ein weiterer Schritt in der konsequenten Umsetzung der „Dual+“-Strategie. Ziel ist es, sich vom Komponentenhersteller zu einem Anbieter kompletter Antriebslösungen zu entwickeln – mit eigener Elektronik, Software und Steuerung. Die gewonnenen Kompetenzen lassen sich nicht nur im Verteidigungssektor, sondern auch in traditionellen Antrieben sowie zivilen Anwendungen wie Robotik einsetzen.

Neben diesen Bereichen eröffnen sich auch neue Perspektiven im Motorsport und in der Medizintechnik. Sobek beschäftigt derzeit rund 70 Mitarbeiter an drei Standorten in Baden-Württemberg und Hessen. Für das laufende Jahr wird ein Umsatz im unteren bis mittleren zweistelligen Millionenbereich erwartet. Die operative Marge liegt nach Angaben von Deutz im deutlich zweistelligen Bereich, was das wirtschaftliche Potenzial der Akquisition unterstreicht.

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