Anzeige
 

Agrarminister Özdemir gibt CDU/CSU Mitschuld an Bauernunmut

Ein Jahr nach den intensiven Bauernprotesten und der daraus resultierenden Absage der traditionellen Aschermittwochsveranstaltung der Grünen in Biberach, Baden-Württemberg, kehrt der scheidende Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir zurück an den Ort des Geschehens. In einem Gespräch mit dem SWR äußert sich Özdemir zu den Ursachen der Proteste und zur politischen Verantwortung.

Özdemir führt die Ursache der Unruhen primär auf die Sparmaßnahmen der Ampelregierung zurück, betont jedoch, dass spezifische Kürzungen während seiner Amtszeit revidiert wurden. So wurde die vollständige Kfz-Steuerbefreiung wiederhergestellt und der geplante Ausstieg aus dem Agrardiesel in drei Etappen aufgeteilt. Özdemir hebt hervor, dass viele Anliegen der Landwirte unter seiner Mitwirkung adressiert wurden.

Der Minister macht deutlich, dass er die Verantwortung für seine Tätigkeiten trägt, sich jedoch von den Entscheidungen seiner Vorgänger aus CDU und CSU distanziert. Diese hatten Kommissionen wie die Borchert- und die Zukunftskommission Landwirtschaft eingerichtet, deren Empfehlungen und Versprechen aus früheren Legislaturperioden er zu erfüllen versucht habe.

Während seiner Amtszeit führt Özdemir wichtige Neuerungen ein, darunter das Tierhaltungskennzeichen, Änderungen im Baurecht, beim Emissionsschutz sowie das Herkunftskennzeichen. Trotz dieser Initiativen beklagt er die mangelnde Unterstützung im Bundesrat für seine Vorhaben. Özdemir betont die Notwendigkeit parteiübergreifender Zusammenarbeit und kritisiert die parteipolitische Haltung einiger Mitglieder der CDU, die einer gemeinsamen Lösungsfindung im Weg stünden.

Zur anstehenden Landtagswahl in Baden-Württemberg zeigt sich Özdemir trotz ungünstiger Umfragewerte für die Grünen zuversichtlich. Er ist überzeugt davon, dass die von Winfried Kretschmann geprägte Politik erfolgreich fortgeführt werden kann und sieht die kommende Wahlkampfphase als Chance, die Wähler von dieser Vision zu überzeugen.

Weitere Nachrichten aus der Politik

EU-Spitzentreffen: Merz fordert Bürokratieabbau und Freihandel

Am 12. Februar treffen sich Europas führende Politiker im belgischen Schloss Alden Biesen, um Wege zur Ankurbelung der europäischen Wirtschaft zu diskutieren....

Milchgipfel: Risikoausgleichsrücklage statt Marktordnungs-Eingriffe

Beim jüngsten Milchgipfel, einberufen von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer, stand die Diskussion um die Zukunft des Milchmarktes in Deutschland im Mittelpunkt. Dabei wurde...

CSU-Minister Rainer kürzt Ökoförderung: Biobranche empört

Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen plant der CSU-Bundesagrarminister Alois Rainer, die Förderung des ökologischen Landbaus im Bundeshaushalt auf zentrale Themen zu fokussieren....

EU erlaubt mehr Stickstoffdünger aus Gülle

Ab der Düngesaison 2027 dürfen europäische Landwirte mehr als 170 Kilogramm Stickstoff pro Hektar und Jahr aus aufbereitetem Stickstoff (Renure) verwenden. Diese...

EU schützt Landwirte: Mercosur-Schutzklauseln beschlossen

Mit einem klaren Votum hat das Europäische Parlament die sogenannten Mercosur-Schutzklauseln verabschiedet. Eine überwältigende Mehrheit von 483 Abgeordneten sprach sich am Dienstag...