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Die Bauern in Niedersachsen hoffen auf Unterstützung bei der Renovierung ihrer Grünlandflächen nach dem Hochwasser.

Niedersachsens Bauern hoffen auf Hilfe für Grünlanderneuerung nach Hochwasser

Nach den verheerenden Auswirkungen des Hochwassers stehen viele Landwirte in Niedersachsen vor der Herausforderung, ihr Grünland neu zu bepflanzen und den Boden entsprechend vorzubereiten. Leider verbietet die aktuelle Gesetzgebung solche Maßnahmen.

Schwierigkeiten nach Hochwasser

Obwohl das Hochwasser in Niedersachsen zurückgegangen ist, präsentiert sich das einst saftige Grünland vielerorts nun als braune Schlammfläche. Für Milchviehhalter wie Janek Böschen aus dem Landkreis Osterholz bedeutet dies große finanzielle Einbußen. Ohne eine Neuanpflanzung des Grünlands droht der Verlust der Grasernte, was den Kauf von teurem Futter zur Folge hätte – eine immense Belastung für die betroffenen Landwirte und ihre Familien.

Hilferuf an die Ministerin

Börschen, der mehr als 1.000 Rinder versorgen muss, besitzt 285 Hektar unter Wasser stehendes Grünland, von denen 230 Hektar Moorstandorte sind, auf denen jegliche Bodenbearbeitung untersagt ist. Der Bauernverband berichtet von den Schwierigkeiten, die eine ordnungsgemäße Wiederherstellung des Grünlands erschweren.

Dringender Handlungsbedarf

Landvolk-Kreisverbandsvorsitzender Stephan Warnken erklärt, dass ohne vorherige Bodenbearbeitung eine angemessene Neuanpflanzung unmöglich ist. Daher wurde die Ministerin gebeten, kurzfristige Lösungen für die betroffenen Höfe zu finden und Ausnahmegenehmigungen zu erteilen. Das geltende „Pflugverbot“ für Dauergrünland auf Moor stellt eine zusätzliche Hürde dar, die es dringend zu überwinden gilt.

Einigung im Rahmen des „Niedersächsischen Weges“

Das Paradoxe an der Situation ist, dass das Pflugverbot sowohl im niedersächsischen Naturschutzgesetz als auch im EU-Förderrecht verankert ist. Trotzdem gibt es Ausnahmen für die Dauergrünländerneuerung, die auch eine flache Bodenbearbeitung oder sogar den Einsatz eines Pflugs alle zehn Jahre ermöglichen. Die Landwirte hoffen nun auf eine schnelle Entscheidung, um die Grünlandnarbe rechtzeitig vor Beginn der Vegetationsperiode zu sichern und so existenzielle Risiken zu vermeiden.

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