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Wurstwerk Britz schließt: 500 Jobs in Brandenburg bedroht

Die Schließung des EWN-Werks in Brandenburg, einem bedeutenden Standort der Wurstherstellung, stellt die dortigen Landwirte und Produzenten vor erhebliche Herausforderungen. Von der Schließung betroffen sind rund 500 Beschäftigte, die am heutigen Tag informiert wurden. Der Betrieb, der zur bekannten Marke „Eberswalder“ gehört und Teil der Zur Mühlen Gruppe ist, wird bis Ende Februar 2026 schrittweise eingestellt.

Marktdruck und wirtschaftliche Zwänge

Laut Unternehmensführung gibt es keine finanziell tragfähige Alternative zur Schließung des Werks. Die Entscheidung fiel nach umfassender Überprüfung aller Optionen, wobei festgestellt wurde, dass sowohl stagnierende als auch rückläufige Absatzmengen sowie starker Preisdruck zu den Hauptproblemen gehören. Internationale Anbieter dringen mit günstigeren Produkten auf den deutschen Markt ein, was die Situation für heimische Produzenten weiter verschärft.

Investitionsbedarf als Hürde

Für das Werk in Britz wären Investitionen im zweistelligen Millionenbereich nötig gewesen, insbesondere in Kälteanlagen und Modernisierungen. Diese Kosten wären durch aktuelle Preissteigerungen und zusätzliche regulatorische Auflagen noch erhöht worden, ohne jedoch die Produktivität maßgeblich zu steigern. Eine langfristige Refinanzierung dieser Ausgaben unter den aktuellen Marktbedingungen wurde als nicht realistisch eingeschätzt.

Insolvenzen in der Branche häufen sich

Die Probleme in der Fleisch- und Wurstwarenbranche sind nicht nur auf EWN beschränkt. Zahlreiche Unternehmen mussten in den letzten Jahren Insolvenz anmelden oder wurden übernommen. Beispiele hierfür sind „The Family Butchers“, die von der Tönnies Gruppe übernommen wurden, oder die traditionsreiche Dieter Hein Fleischwarenfabrik, die ebenfalls Insolvenz anmeldete. Weitere Fälle wie Meisters Wurst- und Fleischwaren aus Bautzen verdeutlichen das breite Ausmaß der Krise.

Sozialplan soll Unterstützung bieten

Um den betroffenen Mitarbeitern Perspektiven zu bieten, haben Unternehmensleitung und Betriebsrat einen Sozialplan ausgearbeitet. Dieser umfasst individuelle Beratungsangebote sowie Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung. Zudem wird mit der Agentur für Arbeit sowie anderen Unternehmen in der Region kooperiert, um neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen.

Für viele Landwirte und Produzenten bedeutet diese Entwicklung eine weitere Unsicherheit in ohnehin schwierigen Zeiten. Dennoch besteht Hoffnung, dass durch regionale Zusammenarbeit neue Wege gefunden werden können, um den Arbeitsmarkt zu stabilisieren und die betroffenen Mitarbeiter erfolgreich zu integrieren.

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