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Bayer stellt Pflanzenschutzgeschäft in Deutschland neu auf

Bayer hat angekündigt, seine Aktivitäten im Bereich Pflanzenschutz in Deutschland neu zu strukturieren. Die Maßnahmen betreffen die Division Crop Science, die innerhalb des Konzerns für Herstellung, Forschung und Entwicklung von Pflanzenschutzmitteln verantwortlich ist. Hintergrund sind weltweite Marktveränderungen und ein zunehmender wirtschaftlicher Druck.

Ein zentrales Ziel der Neuausrichtung ist es, die globale Wettbewerbsfähigkeit der Sparte langfristig zu sichern. Besonders Anbieter aus Asien, die in den vergangenen Jahren ihre Produktionskapazitäten stark ausgebaut haben, setzen mit sehr niedrigen Preisen den europäischen Markt unter Druck. Diese Preise liegen teilweise unter den Produktionskosten in Europa. Zusätzlich erschweren neue gesetzliche Vorgaben und nationale Handelsbeschränkungen den Marktzugang innerhalb der EU.

Um künftig besser positioniert zu sein, möchte Bayer sich stärker auf strategische Produkte sowie technologische Innovationen konzentrieren. Das bedeutet zugleich, dass bestehende Strukturen überprüft und angepasst werden. So soll der Standort Frankfurt am Main bis zum Jahr 2028 vollständig geschlossen werden. Dort befinden sich derzeit sowohl Produktionsanlagen als auch Forschungsbereiche für Herbizide. Rund 500 Beschäftigte sind davon betroffen. Während ein Teil der Produktion fortgeführt wird, sucht das Unternehmen für andere Bereiche einen Käufer.

In Monheim, wo bereits Forschung und Entwicklung für Crop Science angesiedelt sind, soll künftig die gesamte F&E gebündelt werden. Dadurch will Bayer Synergien schaffen und die Innovationsfähigkeit stärken. Die Produktionsstätte in Dormagen wird ausgebaut und modernisiert, um sie für die kommenden Jahre zu sichern. Aktuell arbeiten dort rund 1.200 Menschen.

Die Herstellung von generischen Pflanzenschutzmitteln wird in Dormagen jedoch eingestellt. Stattdessen konzentriert sich die Fertigung künftig auf neuartige Wirkstoffe mit höherer Wertschöpfung. Diese Umstellung soll bis Ende 2028 erfolgen und betrifft etwa 200 Arbeitsplätze. Das Werk bleibt dennoch ein zentraler Bestandteil der weltweiten Produktionsstruktur des Unternehmens.

Grundlage für diese Entscheidungen ist ein Strategieplan, den Bayer im März vorgelegt hat. Der Fünfjahresplan sieht gezielte Investitionen vor, um die Agrarsparte neu auszurichten und langfristig wettbewerbsfähig zu halten. Durch die geplanten Veränderungen soll insbesondere der Standort Dormagen gestärkt und dauerhaft erhalten bleiben.

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