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60%-Begrenzung bei PV-Anlagen: So minimieren Landwirte Verluste

Landwirte, die in ihre Photovoltaikanlagen investieren, stehen ab Februar 2025 vor der Herausforderung einer 60-prozentigen Leistungsbegrenzung, sofern kein Smart Meter installiert ist. Diese Regelung hat direkte Auswirkungen auf ihre Einspeisemöglichkeiten und damit auch auf mögliche Förderungen.

Förderaussetzung bei negativen Strompreisen

Für Anlagenbetreiber bedeutet dies konkret, dass sie keine EEG-Förderzahlungen erhalten, wenn die Börsenstrompreise ins Negative rutschen. Dies geschieht etwa dann, wenn die Stromproduktion die Nachfrage übersteigt. Um diese finanziellen Einbußen zu kompensieren, verlängert sich der Förderzeitraum abhängig von der Häufigkeit solcher Negativphasen. Weitere Details zu dieser Regelung finden Interessierte auf der Website von C.A.R.M.E.N. e.V.

Übergangsregelungen für kleinere Anlagen

Da die flächendeckende Installation von Smart Metern noch aussteht, gibt es Übergangsregelungen: Anlagen mit einer Kapazität von bis zu 100 kWp müssen bis zur Installation eines Smart Meters ihre Leistung um 40 Prozent reduzieren. Bei größeren Systemen über 25 kWp ist zusätzlich eine Steuerungsmöglichkeit durch den Netzbetreiber erforderlich.

Sobald ein intelligentes Messsystem nachgerüstet wird, entfällt die Förderung während Zeiten negativer Preise ab dem nächsten Jahr. Die Begrenzung auf 60 Prozent kann dann aufgehoben werden – ein Schritt, der als temporäre Lösung gedacht ist.

Einschränkungen oft geringfügig

Die Begrenzung betrifft hauptsächlich Zeiten, in denen die Anlage mehr als 60 Prozent ihrer installierten Leistung erzeugt. Je nach geografischer Lage und Ausrichtung ist dies oft nur an wenigen Tagen im Jahr der Fall. Besonders Anlagen mit nicht südlicher Ausrichtung sind weniger betroffen.

Umsetzung der Leistungsbegrenzung

Eine einfache Umsetzung der Begrenzung erfolgt durch Softwareanpassungen des Wechselrichters. Eigenverbrauch bleibt davon unberührt und kann durch zusätzliche Speicherlösungen ergänzt werden. Alternativ lässt sich ein dynamisches Energiemanagementsystem einsetzen, das den Eigenverbrauch optimiert und so die Einspeiseverluste minimiert.

Beispiele und Simulationsergebnisse

Anhand von Simulationsdaten zeigt sich, dass eine Süd-Ausrichtung mit einer Dachneigung von 30 Grad ohne Begrenzung einen Ertrag von 1.063 kWh/kWp erzielt. Mit Begrenzung sinkt dieser um etwa 9,2 Prozent auf 966 kWh/kWp. Bei anderen Ausrichtungen sind die Verluste geringer; bei einer nordgerichteten Anlage beträgt der Verlust nur etwa 0,5 Prozent.

Laut Julian Müller vom C.A.R.M.E.N. e.V., ist es wichtig für Landwirte zu prüfen, ob eine Nachrüstung mit einem Smart Meter wirtschaftlich sinnvoll ist oder ob alternative Maßnahmen zur Optimierung des Eigenverbrauchs in Frage kommen könnten.

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