Die weltweite Nachfrage nach tierischen Erzeugnissen wird in den kommenden Jahren spürbar zunehmen. Laut einem aktuellen Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und der OECD soll die globale Tierproduktion – einschließlich Fischerei, Aquakultur und Algen – in den nächsten zehn Jahren um rund 14 Prozent steigen.
Besonders in Ländern mit wachsender Mittelschicht und zunehmender Bevölkerung rechnen die Autoren mit einem spürbaren Anstieg beim Konsum von Fleisch, Fisch und Milchprodukten. In diesen sogenannten Schwellenländern könnte der Verbrauch im gleichen Zeitraum um etwa 13 Prozent zulegen. Dennoch bleibt der Pro-Kopf-Verbrauch in Industrieländern weiterhin am höchsten. In einkommensschwachen Regionen dagegen bleibt der Konsum tierischer Produkte auf vergleichsweise niedrigem Niveau.
Mit dem wachsenden Bedarf an tierischen Lebensmitteln nimmt auch die Bedeutung des internationalen Warenverkehrs zu. Der Bericht geht davon aus, dass in zehn Jahren etwa 22 Prozent der weltweit aufgenommenen Kalorien aus importierten Quellen stammen werden. Diese Entwicklung ist darauf zurückzuführen, dass Produktionsstandorte und Verbrauchermärkte zunehmend weiter voneinander entfernt liegen. Eine Folge ist ein steigender Bedarf an Transportkapazitäten, was internationale Koordination zunehmend erforderlich macht.
Parallel zum Mengenwachstum erwarten die Autoren auch eine höhere Produktivität in der Tierhaltung. Fortschritte in Technik, gezielte Investitionen und der vermehrte Einsatz von Düngern sowie ergänzenden Futtermitteln tragen dazu bei, dass mehr Ertrag pro Tier und pro Fläche erzielt wird. Während in einigen Regionen diese Entwicklungen bereits weit vorangeschritten sind, rechnen die Fachleute insbesondere in Afrika und Südasien mit einer weiteren Ausweitung der landwirtschaftlich genutzten Flächen, da dort moderne Technologien noch nicht flächendeckend verfügbar sind.
Trotz der Ausweitung der Produktion bleibt der ökologische Aspekt nicht unbeachtet. Die direkten Treibhausgasemissionen aus der landwirtschaftlichen Urproduktion sollen laut Bericht insgesamt um 6 Prozent steigen. Gleichzeitig wird ein Rückgang der Emissionen pro produziertem Kilogramm erwartet – ein Effekt der gestiegenen Effizienz. Durch die gezielte Einführung emissionsarmer Verfahren sehen die Autoren weiteres Potenzial: Eine Steigerung der Produktivität um 15 Prozent könnte mit einer gleichzeitigen Reduktion der Emissionen um 7 Prozent einhergehen.
