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Schafhalter in Existenznot: Hilferuf an Tierschutzorganisationen

Die Schafzüchter in Deutschland stehen vor einer ernsthaften Bedrohung ihrer Existenzen. Durch die schnelle Ausbreitung des neuen Serotyps 3 des Blauzungenkrankheitsvirus (BTV-3) in den Niederlanden, der nun auch in Deutschland und Belgien Fälle verzeichnet, könnte dies zu umfangreichen Transportbeschränkungen für Wiederkäuer führen. Vor diesem Hintergrund richtet sich ein dringlicher Appell der Schafhalter an Tierschutzorganisationen und Umweltverbände, die sonst häufig für ihre kritische Haltung gegenüber der Nutztierhaltung bekannt sind.

Der Verein Deutscher Schafhalter hat die Notlage zum Anlass genommen, um öffentlich Unterstützung einzufordern: „Liebe Tierschutzorganisationen, NABU und andere NGOs, es ist Zeit, eure Ressourcen zu mobilisieren und spezielle Nothilfefonds für inländische Schafhalter einzurichten. Es gibt bereits finanzielle Mittel für den Schutz von Wölfen und internationale Tierschutzprojekte – warum also nicht auch für die Schafzüchter hier bei uns?“

Diese finanzielle Unterstützung wird dringend benötigt, da viele Schafhalter unter den Folgen der Blauzungenkrankheit leiden. Trotz Impfungen sind zahlreiche Tiere erkrankt, was zu hohen Behandlungskosten führt. Wendelin Schmücker, Vorsitzender des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung, beschreibt die Situation als katastrophal: „Unsere Schäfer sind teilweise bis zu 20 Stunden täglich im Einsatz, um den erkrankten Tieren mit allen notwendigen Maßnahmen, einschließlich Fütterung per Magensonde, zur Seite zu stehen.“ Ohne externe Hilfe sehen viele Schäfer keine Möglichkeit, einen Neuanfang zu wagen.

Die aktuelle Krise führt zu weiteren Belastungen für die Schafhalter, die ohnehin schon durch eine als fehlgeleitet empfundene Landwirtschaftspolitik und die Wiederansiedlung von Wölfen in Bedrängnis geraten sind. Etwa 4.000 Schafhalter haben bereits erhebliche Verluste erlitten und stehen vor dem finanziellen Aus. Der Förderverein bemüht sich um Spendensammlungen, um die betroffenen Landwirte zu unterstützen, und sieht auch die Tierschutzorganisationen in der Verantwortung, ihren Beitrag zu leisten.

Schmücker macht darauf aufmerksam, wie wichtig die Schafhaltung für die Erhaltung der Biodiversität und die Pflege der Landschaft ist: „Schafe tragen zur Pflege unserer Almen und Küsten bei und fördern die Biodiversität. Es ist jetzt an der Zeit, dass diejenigen, die sich für Tierwohl stark machen, auch die Schafhalter unterstützen, die diese wertvolle Arbeit leisten.“

Die Schafhalter appellieren an die Tierschutzverbände, ihre Unterstützung zu erweitern und sich für die Erhaltung dieser traditionellen Form der Landwirtschaft einzusetzen, die sowohl ökologisch wertvoll als auch kulturell bedeutend ist.

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