In der Nacht zum Dienstag haben Aktivisten der Stiftung Vier Pfoten ihre Kampagne gegen die PHW-Gruppe fortgesetzt. Mit einer Projektion an die Gebäude der Konzernzentrale in Visbek machten sie auf Missstände in der Geflügelhaltung aufmerksam. Grundlage der Aktion sind Laboranalysen von Abwasser- und Fleischproben, die im Auftrag der Organisation durchgeführt wurden.
Die Stiftung erhebt dabei schwere Vorwürfe gegen den größten Geflügelproduzenten Deutschlands. Sie sieht im weit verbreiteten Einsatz von Antibiotika in der Geflügelmast ein Risiko für die menschliche Gesundheit. Besonders die Verwendung von Reserveantibiotika begünstige nach Ansicht der Tierschützer die Bildung resistenter Keime, die auch über das Fleisch auf den Verbraucher übergehen könnten.
Neben Kritik formulierten die Aktivisten konkrete Forderungen. Dazu zählt eine deutliche Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes durch eine Umstellung auf artgerechtere Haltungsformen. Außerdem plädieren sie für ein Ende der einseitigen Zuchtlinien und den verstärkten Einsatz sogenannter Zweinutzungsrassen.
Auch bei der Stallhaltung sehen die Tierschützer Handlungsbedarf. Sie fordern eine Begrenzung auf maximal 4.800 Tiere pro Stall, eine Besatzdichte von höchstens 21 Kilogramm Lebendgewicht pro Quadratmeter sowie regelmäßigen Auslauf auf Grünflächen mit mindestens vier Quadratmetern pro Tier. Darüber hinaus verlangen sie erhöhte Sitzstangen und zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten für die Tiere.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Transport- und Schlachtbedingungen. So sollen Transporte nur bei Temperaturen zwischen 5 und 25 Grad Celsius erlaubt sein und eine Dauer von vier Stunden nicht überschreiten. Die Tiere dürften höchstens sechs Stunden in den Transportkisten verbleiben, die eine Höhe von mindestens 35 bis 40 Zentimetern aufweisen müssten. Zudem sollen Schlachtungen stets am nächstgelegenen Schlachtbetrieb erfolgen.
