Die angespannte Lage zum Ende des Jahres 2024 hat viele Schweinehalter stark belastet. Überfüllte Schlachthöfe führten dazu, dass Masttiere länger auf den Betrieben blieben, während die Verkaufserlöse sanken. Für die Landwirtschaft war diese Phase mit erheblichen finanziellen Einbußen verbunden.
Rückblickend zeigt sich, dass der sogenannte Schweinestau gegen Jahresende kein neues Phänomen ist. Im vergangenen Winter kamen jedoch mehrere Faktoren zusammen, die die Situation deutlich verschärften. Durch die gute Futterqualität der Ernte 2024 erreichten viele Tiere schneller ihr Schlachtgewicht. Gleichzeitig standen weniger Schlachtkapazitäten zur Verfügung, da der Vion-Standort in Emstek geschlossen wurde und weitere Betriebe mit Personalmangel zu kämpfen hatten.
Zusätzlich sorgte ein Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Brandenburg Mitte Januar für erhebliche Unruhe in der Vermarktung. Diese Kombination aus überdurchschnittlich schnellen Zuwachsraten, reduzierten Verarbeitungsmöglichkeiten und seuchenbedingten Einschränkungen brachte das System an seine Grenzen.
Ob sich ein vergleichbarer Engpass Ende 2025 oder Anfang 2026 erneut einstellen wird, bleibt derzeit offen. Konkrete Prognosen lassen sich noch nicht treffen. Sicher ist jedoch, dass Westfleisch intensiv an Vorkehrungen arbeitet, um ähnliche Situationen möglichst zu vermeiden.
Bereits seit dem Frühjahr läuft die Rekrutierung zusätzlichen Personals, auch aus dem asiatischen Ausland, um die Kapazitäten in den eigenen Schlachtbetrieben zu erweitern. Ziel ist es, die Verarbeitungsmengen auch in Spitzenzeiten sicherstellen zu können.
Neben der personellen Verstärkung setzt das Unternehmen auf eine enge Abstimmung mit Landwirten, Vermarktern und Schlachtbetrieben. Frühzeitige Kommunikation und partnerschaftliche Planung gelten als wesentliche Bausteine, um Überhänge bei den Masttieren zu verhindern. Ein konsequentes Betriebsmanagement seitens der Landwirte trägt ebenfalls dazu bei, Engpässe zu entschärfen.
Nachdrücklich hebt Westfleisch hervor, dass die Genossenschaft Wert auf langfristige und verlässliche Strukturen legt. Geschäftspraktiken, die kurzfristig angelegt sind, passen nicht zu diesem Ansatz. Stattdessen wird auf Kontinuität gesetzt, mit dem klaren Leitgedanken: von Bauern, für Bauern.
