Spanische Landwirte stehen vor einer großen Herausforderung: Die Suche nach der Ursache für die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in der Region geht weiter. Im Mittelpunkt stehen potenzielle Quellen wie ein nahegelegenes Forschungslabor sowie alternative Theorien, einschließlich Bioterrorismus.
Intensive Untersuchungen im Forschungslabor
Unter der Leitung von Dr. Sandra Blome, Virologin am Friedrich-Loeffler Institut, untersuchte ein internationales Team das Institut für Agrar- und Lebensmittelforschung (IRTA-CReSA) in Barcelona. Dabei wurden die Sicherheitsvorkehrungen und die Dokumentation der dortigen Virenstämme überprüft. Dr. Blome erklärte, dass keine Übereinstimmung zwischen den im Labor verwendeten Viren und jenen, die in der Wildschweinpopulation gefunden wurden, festgestellt werden konnte.
Ungewöhnliche Virusmutationen
Der in Spanien nachgewiesene ASP-Stamm weist eine einzigartige Deletion im Genom auf. Diese Mutation wurde bisher weltweit noch nicht dokumentiert. Dennoch besteht die Möglichkeit, dass dieser Stamm bereits unbemerkt in anderen Teilen der Welt zirkuliert. Virologen weltweit sind sich einig, dass solche genetischen Veränderungen bei Viren nicht ungewöhnlich sind, wobei sie unter Laborbedingungen schneller auftreten können.
Mögliche Eintragswege des Virus
Obwohl das Forschungslabor als Ursprung ausgeschlossen scheint, bleibt die sogenannte „Wurstbrottheorie“ weiter relevant. Diese Theorie besagt, dass das Virus durch kontaminierte Lebensmittel in die Wildschweinpopulation gelangt ist. Ein weiteres Szenario wäre das bewusste Freisetzen des Erregers durch menschliches Zutun, doch dies bleibt Spekulation.
Auswirkungen auf Landwirte und Maßnahmen zur Eindämmung
Für lokale Landwirte bedeutet diese Situation erhöhte Vorsicht und strikte Biosicherheitsmaßnahmen. Glücklicherweise haben die raschen Gegenmaßnahmen der spanischen Behörden dazu geführt, dass bislang keine Fälle außerhalb einer 6 km umfassenden Kernzone aufgetreten sind. Die geografische Lage mit mehreren Autobahnen rund um das betroffene Gebiet trägt zusätzlich dazu bei, die Ausbreitung zu verhindern.
Zukünftige Schritte zur Bekämpfung der Seuche
Ein abschließender Bericht der Untersuchungskommission steht kurz vor der Veröffentlichung und wird weitere Empfehlungen enthalten. Dazu zählt die vollständige Sequenzierung aller im Labor verwendeten Virusstämme sowie gezielte Tests an Wildschweinen auf spezifische Mutationen des neuen Virus.
