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US-Landwirtschaft in der Krise: Trumps Hilfspaket reicht nicht aus

Die landwirtschaftliche Situation in den USA spitzt sich dramatisch zu, während Landwirte mit einem zunehmend untragbaren Schuldenberg konfrontiert sind. Trotz einer von Präsident Donald Trump angekündigten Finanzhilfe von 12 Milliarden US-Dollar bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Diese Unterstützung, so Mike Stranz von der National Farmers Union (NFU), könne zwar kurzfristig einige Betriebe über Wasser halten, sei jedoch keine nachhaltige Lösung für die langfristigen Probleme der Branche.

Schuldenlast steigt trotz Hilfspaket

Laut Shawn Arita von der North Dakota State University werden die Verluste für die Hauptnutzpflanzen wie Mais, Sojabohnen und Weizen bis zum Jahr 2025 auf beeindruckende 35 bis 44 Milliarden US-Dollar geschätzt. Angesichts dieser finanziellen Belastungen greifen immer mehr Landwirte auf Kredite zurück. Die Federal Reserve Bank berichtet, dass das Volumen der Betriebsmittelkredite im vierten Quartal 2025 ein Rekordhoch erreicht hat. Im Vergleich zum Vorjahr stieg das Volumen neuer Kredite um beachtliche 40 %, wobei die durchschnittliche Darlehenshöhe von 70.000 US-Dollar im Jahr 2024 auf rund 120.000 US-Dollar im letzten Jahr anstieg.

Exporte in Gefahr: Sorgen um Wettbewerbsfähigkeit

Zu Beginn des neuen Jahres zeigt sich ein deutlicher Rückgang der Stimmung unter den US-Landwirten. Der Agrar-Konjunkturbarometer der Purdue University fiel von 136 Punkten im Dezember 2025 auf nur noch 113 im Januar 2026. Besonders besorgniserregend ist der Rückgang des Indexes für zukünftige Erwartungen um ganze 25 Punkte. Ein großer Teil der Farmer äußert zudem Sorgen über die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Exporte, insbesondere gegenüber brasilianischen Sojabohnen.

Niedergang der betrieblichen Gesundheit

Die Umfragen Anfang Januar zeigen ein düsteres Bild: Die Hälfte der befragten Landwirte gibt an, dass ihre Betriebe derzeit schlechter dastehen als im Vorjahr. Fast ein Drittel erwartet eine weitere Verschlechterung in den kommenden Monaten. Ein alarmierender Trend ist auch bei der Verschuldung zu verzeichnen; immer mehr Landwirte tragen unbezahlte Schulden aus den Vorjahren mit sich herum – ein Anteil, der von nur 5 % im Jahr 2023 auf mittlerweile 31 % gestiegen ist.

Die Zukunftsaussichten für die US-Landwirtschaft sind ebenfalls wenig rosig: Der Anteil jener Landwirte, die eine allgemeine Flaute in den nächsten fünf Jahren erwarten, hat sich fast verdoppelt und liegt jetzt bei 46 %. Dies unterstreicht die dringende Notwendigkeit struktureller Lösungen und nachhaltiger Strategien zur Bewältigung dieser Herausforderungen.

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