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Zuckerpreise stabilisieren sich nach längerer Talfahrt

Nach rund eineinhalb Jahren mit rückläufiger Preisentwicklung zeichnet sich am Zuckermarkt eine Phase der Beruhigung ab. Ob sich daraus ein dauerhafter Trend entwickelt, bleibt jedoch offen – nicht zuletzt, weil sowohl politische Entscheidungen als auch unternehmerische Maßnahmen eine zentrale Rolle spielen.

In den vergangenen Jahren konnte die Zuckerwirtschaft gute Erträge erzielen, doch seit Herbst 2024 ist der Markt spürbar unter Druck geraten. Die Preise für Zucker fielen deutlich, wobei sich dieser Abwärtstrend zuletzt verlangsamte. Trotz des Rückgangs befinden sich die Notierungen historisch betrachtet weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Gleichzeitig haben sich jedoch die Produktionskosten sowohl bei den verarbeitenden Betrieben als auch im Rübenanbau spürbar erhöht, was die wirtschaftliche Lage vieler Akteure deutlich einengt.

Die Folgen zeigen sich inzwischen auch strukturell: Im Jahr 2025 werden in der Europäischen Union insgesamt fünf Zuckerfabriken ihren Betrieb einstellen. Ein Blick auf die Preisentwicklung macht deutlich, woher der Druck kommt: Im Mai wurden in der westlichen EU – also in Ländern wie Deutschland, Frankreich und den Benelux-Staaten – rund 530 Euro pro Tonne Weißzucker gezahlt, so die EU-Kommission.

Parallel dazu setzt sich auf dem Weltmarkt der Preisverfall bei Roh-Rohrzucker fort. Die Notierungen im Future No. 11 sanken zuletzt erneut. Dazu trugen mehrere Faktoren bei: Zum einen hat der Euro gegenüber anderen Währungen an Stärke gewonnen, was den umgerechneten Zuckerpreis in Europa um über 20 Euro pro Tonne reduziert hat. Zum anderen ist auch unabhängig vom Wechselkurs ein Preisrückgang von mehr als 15 Prozent zu verzeichnen.

Hintergrund dieser Entwicklung sind vor allem optimistische Ernteschätzungen für das Erntejahr 2025/26. Das US-amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) rechnet weltweit mit einer Zuckerproduktion von 189 Millionen Tonnen – fast neun Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr. Insbesondere in Brasilien und Indien, den beiden größten Erzeugerländern, werden überdurchschnittliche Ernten erwartet. Die brasilianische Erzeugung soll 44,7 Millionen Tonnen erreichen, während für Indien ein Volumen von 35,3 Millionen Tonnen prognostiziert wird.

Auch für die Europäische Union sind die Erwartungen verhalten positiv. Während das USDA mit 15 Millionen Tonnen rechnet, geht die EU-Kommission von einer Produktion von 15,2 Millionen Tonnen aus. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag die Weißzuckerproduktion noch bei 16,5 Millionen Tonnen. Der Rückgang hat auch Auswirkungen auf die Exportmengen, die laut Prognose im kommenden Wirtschaftsjahr von zwei auf eine Million Tonnen schrumpfen sollen.

In der Ukraine wird für 2025/26 mit einer Zuckererzeugung von 1,5 Millionen Tonnen gerechnet, nach 1,8 Millionen Tonnen im Jahr zuvor. Der Verbrauch innerhalb der Europäischen Union liegt laut Schätzungen bei rund 16,4 Millionen Tonnen Weißzucker. Sollten sich die aktuellen Vorhersagen bestätigen, könnte das Angebot auf dem Weltmarkt weiterhin hoch bleiben, während sich die Versorgungslage in der EU leicht entspannt.

Ein Grund für diese Entwicklung ist der Rückgang der Anbaufläche für Zuckerrüben in Europa. Schätzungen sprechen von einer Reduzierung zwischen 7,5 Prozent (laut dem Europäischen Rübenbauernverband CIBE) und 10,6 Prozent (laut EU-Kommission). Zur Ernte 2024 wurden noch 1,512 Millionen Hektar Rübenfläche zur Zuckergewinnung genutzt. Im laufenden Jahr soll diese Fläche auf 1,352 Millionen Hektar sinken – ein Niveau, das zuletzt im Jahr 2022 erreicht wurde.

Auch in Deutschland macht sich dieser Rückgang bemerkbar. Die Fläche für den Zuckerrübenanbau wird 2025 voraussichtlich 345.200 Hektar betragen, verglichen mit 391.400 Hektar im Vorjahr.

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