Landwirte in den USA stehen vor einem herausfordernden Jahr 2025, da sich die Handelsbedingungen auf dem Düngemittelmarkt aufgrund globaler politischer Entscheidungen erheblich verändert haben. Zwischen Januar und August dieses Jahres importierten die USA mehr als 1,5 Millionen Tonnen Harnstoff aus Russland, was einem Anstieg von 31 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Diese Importe machen etwa 35 % der gesamten amerikanischen Harnstoffimporte von rund 4,3 Millionen Tonnen in diesem Zeitraum aus.
Preisvorteile durch russischen Dünger
Für viele landwirtschaftliche Betriebe in den USA ist der Preis ein entscheidender Faktor bei der Auswahl ihrer Lieferanten. Russland profitierte davon, dass es nicht von den erhöhten Importzöllen betroffen war, die Washington im ersten Halbjahr 2025 gegenüber anderen wichtigen Stickstoffdüngemittellieferanten verhängte. Russische Exporteure mussten auf neue Märkte ausweichen, nachdem die EU zusätzliche Zölle eingeführt hatte, was den Preis für US-amerikanische Landwirte vorteilhaft machte.
US-Düngermarkt in Bewegung
Eine überraschende Wendung ergab sich am 13. November, als Präsident Donald Trump die Abschaffung der Importzölle auf wichtige Düngemittel bekanntgab. Laut dem Finanzdienstleistungsunternehmen StoneX könnte dies als ein Wendepunkt in der Agrarhandelspolitik angesehen werden und die Attraktivität des US-Marktes erhöhen. Landwirte könnten von sinkenden Preisen profitieren, obwohl der Bedarf an Nachschub bereits den Druck auf die Preise wieder erhöhen könnte.
Sanktionen und deren Auswirkungen
Zusätzliche Veränderungen könnten durch die Aufhebung von Sanktionen gegen belarussische Kalidünger erfolgen. Die USA erlaubten den Handel mit Belaruskali-Produkten als Teil eines Gefangenenaustauschs. Analysten sehen jedoch kaum Auswirkungen auf die globalen Preise durch diese Maßnahmen. Gleichzeitig drohte Trump Kanada mit erheblichen Zöllen auf Kali.
Phosphatmarkt unter Druck
Chinas Entscheidung, Phosphatexporte bis August 2026 auszusetzen, könnte ebenfalls zu Preisanstiegen führen. Mit einem Marktanteil von rund einem Drittel ist China der größte Exporteur von Phosphatdüngemitteln weltweit. Die Maßnahme zielt darauf ab, die heimische Versorgung zu sichern und die Preise vor der Frühjahrsaussaat stabil zu halten. Zudem sollen Landwirte motiviert werden, ihre Getreideproduktion zu steigern.
Laut Marktexperten könnten solche Exportverbote globale Phosphatpreise treiben, auch wenn diese seit ihrem Höchststand im April 2022 gefallen sind. Pekings Vorgehensweise ist nicht neu; Exportstopps haben in der Vergangenheit bereits spürbare Bewegungen im Markt verursacht.
