Die jüngsten Prognosen des Internationalen Getreiderats (IGC) deuten auf eine rekordverdächtige Sojabohnenernte im Erntejahr 2026/27 hin. Mit einer geschätzten Produktion von 442,3 Millionen Tonnen wird ein Anstieg von 4 % im Vergleich zum Vorjahr erwartet. Diese positive Entwicklung ist auf die Erweiterung der Anbauflächen und optimistische Trenderträge zurückzuführen.
Anbauflächen und globale Produktionssteigerung
Die weltweite Anbaufläche für Sojabohnen soll um etwa 3 % auf 148,4 Millionen Hektar anwachsen. Besonders in den USA und weiteren Ländern der nördlichen Hemisphäre wird eine Zunahme prognostiziert, ebenso wie in Südamerika, insbesondere in Brasilien. Die relativ niedrigen Produktionskosten im Vergleich zu Mais sowie steigende Energiepreise fördern diese Ausweitung der Anbauflächen in den USA um rund 4 %.
Nachfrage nach Sojaöl als Treiber
Laut IGC wird die hohe Nachfrage nach Pflanzenölen, insbesondere Sojaöl für die Herstellung von erneuerbarem Diesel, als starker Impulsgeber gesehen. Dies begünstigt die Anbauausdehnung weiter und unterstützt das Wachstum des globalen Sojahandels.
Rekordniveau im globalen Handel erwartet
Der internationale Handel mit Sojabohnen könnte im Jahr 2026/27 mit 190,5 Millionen Tonnen einen neuen Höchststand erreichen, was einem Zuwachs von 2 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Treibende Kraft hinter diesem Wachstum ist vor allem die steigende Nachfrage aus Asien.
Anstieg der Exporte aus den USA und Brasilien
US-amerikanische Exporte sollen um 9 % auf 46,7 Millionen Tonnen zulegen, obwohl ein größerer Teil der Ernte für den heimischen Markt vorgesehen ist. Brasilien plant eine Erweiterung seiner führenden Exportposition und strebt an, seine Ausfuhren auf etwa 116,7 Millionen Tonnen zu erhöhen. Argentinien hingegen könnte einen leichten Rückgang erleben und statt zuvor erhöhter Mengen etwa 4,8 Millionen Tonnen exportieren.
Anhaltender Verbrauchsanstieg weltweit
Trotz hoher Produktion bleibt die Nachfrage robust. Der globale Verbrauch soll das fünfte Jahr in Folge steigen und ein neues Rekordniveau von 441,8 Millionen Tonnen erreichen. Die treibenden Faktoren sind vor allem die wachsende Verarbeitungskapazität sowie die stabile Nachfrage aus verschiedenen Sektoren wie Futtermittel-, Lebensmittel- und Biokraftstoffindustrie.
Bedeutende Verbrauchszentren: China führt weiterhin an
Sowohl China als auch Länder wie Brasilien, die USA und Argentinien sind zentrale Verbraucherregionen. Chinas Konsum wird auf 139,4 Millionen Tonnen geschätzt. Zusammen sollen Brasilien, die USA und Argentinien rund 190,8 Millionen Tonnen verbrauchen.
Kritisch hohe Lagerbestände trotz intensiver Nutzung
Trotz des erhöhten Verbrauchs bleibt das weltweite Lagerbestandniveau hoch bei voraussichtlich 78,6 Millionen Tonnen, wobei China allein mit einem Anteil von 49 Millionen Tonnen rechnet. Die Vorräte in den Haupt-Exportländern – Brasilien, USA und Argentinien – sollen ebenfalls zunehmen und potenzielle Lieferengpässe abfedern.
Anpassungen bei der Ernteprognose 2025/26
Zuvor hatte der IGC die Erntemenge für 2025/26 leicht nach unten korrigiert auf insgesamt 425,9 Millionen Tonnen. Die Anpassung betrifft vor allem geringere Produktionen in den USA und Argentinien, während Brasilien eine Rekordernte verzeichnete.
Divergenzen zwischen IGC- und USDA-Prognosen
Sowohl IGC als auch USDA liegen bei ihren Schätzungen zur globalen Produktion für das Jahr 2025/26 nahe beieinander. Unterschiede zeigen sich jedoch bei den Endbeständen: Das USDA geht von einem deutlich höheren Restbestand aus als der IGC – Differenzen resultieren hier vor allem aus variierenden Abgrenzungen und Definitionen innerhalb der Bestandsdaten.
