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Steigende Energiepreise und Iran-Krieg treiben Lebensmittelkosten hoch

Die aktuellen geopolitischen Spannungen und steigenden Energiekosten haben erhebliche Auswirkungen auf die globalen Agrarmärkte. Nach Meinung des Agrarökonomen Prof. Matin Qaim von der Universität Bonn könnten diese Entwicklungen weltweit zu einem Anstieg der Lebensmittelpreise führen.

Steigende Energiepreise und ihre Folgen

Prof. Qaim, Direktor des Zentrums für Entwicklungsforschung (ZEF), betonte in einem Gespräch mit Agra Europe (AgE), dass die erhöhten Energiepreise, transportbedingte Kostensteigerungen sowie der Mangel an Düngemittellieferungen aus den Staaten des Persischen Golfs die Situation verschärfen. Diese Faktoren führen zu einer Verteuerung der Düngerpreise auf dem Weltmarkt.

Zusätzlich zur Preissteigerung bei Düngemitteln trägt die verstärkte Nachfrage nach Biokraftstoffen infolge der gestiegenen Öl- und Gaspreise dazu bei, dass das Angebot an Lebensmitteln reduziert wird, was wiederum die Preise weiter in die Höhe treibt.

Potenzielle Verschärfung von Hunger und Armut

Laut Qaim hängt das Ausmaß der Auswirkungen maßgeblich davon ab, wie lange die Blockade der Straße von Hormus andauert. In naher Zukunft seien besonders die Golfstaaten selbst aufgrund der eingeschränkten Importmöglichkeiten über den Seeweg betroffen. Sollte sich die Situation nicht rasch entspannen, könnten mittelfristig auch andere Regionen mit Versorgungsengpässen konfrontiert werden, was Armut und Hunger vor allem in Afrika und Asien verstärken könnte.

Dringender Bedarf an internationaler Unterstützung

Um diesen Herausforderungen entgegenzuwirken, fordert Qaim eine verstärkte Unterstützung internationaler Nahrungsmittelhilfeprogramme. Zahlreiche Organisationen, darunter auch solche der Vereinten Nationen, stehen derzeit unter finanziellem Druck, da wesentliche Mittel aus den USA und anderen Ländern fehlen. Er plädiert für ein krisenresistentes Handelssystem, das sicherstellt, dass essenzielle Güter auch in Krisenzeiten ungehindert transportiert werden können.

Kritische Lage in Indien

Besonders besorgniserregend ist die Situation in Indien: Der Mangel an LNG-Lieferungen beeinträchtigt bereits die Gasversorgung. Gleichzeitig drohen Engpässe bei Düngemitteln, da Indien einen bedeutenden Teil dieser Importe aus dem Persischen Golf bezieht. Die Unsicherheit bezüglich weiterer Lieferungen könnte die landwirtschaftliche Produktion unmittelbar vor Beginn der Hauptanbausaison für Reis und andere Grundnahrungsmittel erheblich belasten.

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