Das Klimaschutzprogramm 2026 der Bundesregierung hat grünes Licht erhalten und soll mit milliardenschweren Investitionen Deutschlands Abhängigkeit von fossilen Energieträgern verringern. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat das Programm vorgestellt, das insgesamt 67 Maßnahmen umfasst, um bis 2030 mehr als 25 Millionen Tonnen CO2 einzusparen.
Weniger Erdgas und Benzin durch Klimaschutz
Es wird erwartet, dass Deutschland durch diese Maßnahmen im Jahr 2030 etwa 7 Milliarden Kubikmeter Erdgas und rund 4 Milliarden Liter Benzin einsparen kann. Diese Einsparungen sind Teil eines umfassenden Plans zur Reduzierung der Importe unsicherer fossiler Brennstoffe, wie das Bundesumweltministerium mitteilte.
Ausbau erneuerbarer Energien
Ein wichtiger Bestandteil des Programms ist die Förderung erneuerbarer Energien. In den kommenden Ausschreibungen sollen rund 2.000 zusätzliche Windkraftanlagen im Vergleich zu bisherigen Planungen realisiert werden. Zudem wird ein neues Förderprogramm für etwa 800.000 Elektrofahrzeuge eingeführt, das sozial gestaffelt ist und die Industrie beim Übergang zu fortschrittlichen Klimatechnologien unterstützt.
Darüber hinaus sind 23 spezifische Maßnahmen geplant, um Wälder, Moore und Böden besser auf den Kampf gegen den Klimawandel vorzubereiten. Für diese neuen Initiativen sind in den nächsten vier Jahren insgesamt zusätzliche 8 Milliarden Euro vorgesehen.
Finanzielle Mittel für Dekarbonisierung
Ab 2027 sollen bis einschließlich 2030 weitere finanzielle Mittel in Höhe von insgesamt 7,6 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds sowie zusätzlich 400 Millionen Euro aus einem Sondervermögen bereitgestellt werden. Diese Gelder bieten Planungssicherheit für die kommenden Jahre.
Daraus sollen 2,9 Milliarden Euro für Förderprogramme im Industriesektor zur Unterstützung der Dekarbonisierung von Prozesswärme und der Elektrifizierungstechnologien bereitgestellt werden. Weitere 4,7 Milliarden Euro sind für Maßnahmen im Bereich Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft vorgesehen.
Einsparungen bei Energieimporten
Laut Regierung können die beschlossenen Maßnahmen allein im Jahr 2030 Einsparungen bei Gasimporten in Höhe von etwa 3 Milliarden Euro, basierend auf den Durchschnittspreisen des Vorjahres, erreichen. Bei den aktuellen Preisen könnten diese Einsparungen sogar auf rund 4,5 Milliarden Euro steigen.
Agrarsektor: Elektrische Antriebe fördern
Auch die Landwirtschaft steht im Fokus: Viele Maschinen laufen noch mit Diesel. Ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Landwirtschaft soll erweitert werden, um den Umstieg auf elektrische Antriebe zu unterstützen.
Kritik von Umweltverbänden
Trotz der ambitionierten Pläne äußern Umweltorganisationen Kritik. Verena Graichen vom BUND weist darauf hin, dass die geplanten Sonderausschreibungen von 12 Gigawatt Windkraft an Land zwar ein guter Anfang seien, aber nicht ausreichten, um bestehende Lücken zu schließen. Sie fordert mindestens fünf zusätzliche Gigawatt pro Jahr zur Kompensation des Offshore-Ausbaus und weiterer Klimaschutzdefizite.
