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Europäische Zuckerbauern fordern EU-Hilfe gegen Preisverfall

Die europäische Zuckerindustrie steht unter immensem Druck, da die Zuckerpreise seit Dezember 2023 um 38 % gesunken sind, was zahlreiche Herausforderungen für Landwirte und Verarbeiter mit sich bringt. Diese Preisentwicklung wird durch eine gesteigerte Zuckerproduktion in Ländern wie Brasilien, Indien und Thailand befeuert, was zu einer angespannten Marktsituation führt.

Globale Überproduktion trifft auf europäische Rückgänge

Der jüngste Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) prognostiziert für das Wirtschaftsjahr 2025/26 eine weltweite Zuckerproduktion von 189,3 Millionen Tonnen, was einem Anstieg von 8,3 Millionen Tonnen im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Während die Produktion in der EU zurückgeht, überkompensieren die steigenden Erträge in Brasilien und Indien diesen Rückgang. Laut USDA wird die EU-Zuckerproduktion um 5 % auf 15,5 Millionen Tonnen sinken, bedingt durch eine um 8 % verringerte Anbaufläche in Schlüsselländern wie Frankreich und Deutschland.

Südzuckers Perspektive und Marktprognosen

Südzucker AG erwartet ein herausforderndes Marktumfeld für das kommende Geschäftsjahr 2026/27. Das Unternehmen prognostiziert einen leichten Umsatzrückgang und ein EBITDA zwischen 480 und 680 Millionen Euro. Die geopolitische Unsicherheit erschwert dabei genaue Vorhersagen zur künftigen Geschäftsentwicklung.

Anforderungen an politische Interventionen

Europäische Landwirte und Verbände fordern dringende Maßnahmen von der EU-Kommission. Insbesondere wird ein Ende der zollfreien Einfuhr von Rohzucker im Rahmen der „Inward Processing Procedure“ (IPP) verlangt. Diese Regelung ermöglicht es, Zucker ohne Zollabgaben zur Verarbeitung in die EU zu importieren, was den Druck auf lokale Produzenten weiter erhöht.

Anpassungsstrategien für die Zukunft

Trotz der reduzierten Anbaufläche bleibt die erwartete Zuckerproduktion aufgrund günstiger Bedingungen im Jahr 2025/26 relativ stabil. Langfristig müssen Landwirte jedoch innovative Ansätze finden, um Effizienz zu steigern und Kosten zu senken. Die Integration neuer Technologien und nachhaltiger Praktiken könnte helfen, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.

  • Anbauoptimierung: Innovative Techniken zur Ertragssteigerung nutzen.
  • Kollaborationen: Kooperationen innerhalb der Branche fördern.
  • Diversifikation: Anpassung an unterschiedliche Marktanforderungen durch Produktvielfalt.

Trotz des gegenwärtigen Drucks bietet die Krise auch Chancen zur Neuausrichtung und Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Produzenten. Eine koordinierte Strategie zwischen Politik und Industrie ist entscheidend für den langfristigen Erfolg.

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