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Schweinebestand steigt, aber Betriebe schrumpfen weiter drastisch

Die jüngsten Statistiken des Statistischen Bundesamtes zeigen eine komplexe Dynamik in der deutschen Schweinehaltung. Während der Schweinebestand zum Stichtag 3. November 2025 eine Zunahme auf 21,5 Millionen Tiere verzeichnet, ist die Anzahl der schweinehaltenden Betriebe rückläufig. Landwirte stehen vor der Herausforderung, ihre Betriebe angesichts sinkender Zahlen zu erhalten und gleichzeitig den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden.

Weniger Betriebe, aber mehr Schweine pro Betrieb

Laut den aktuellen Erhebungen hat sich der Schweinebestand seit Mai um 2,8 % erhöht, was einem Zuwachs von 575.800 Tieren entspricht. Im Vergleich zum Vorjahr wurde ein Anstieg von 0,9 % oder 196.300 Tieren registriert. Gleichzeitig ging die Zahl der schweinehaltenden Betriebe jedoch um 2,7 % im Jahresvergleich zurück und liegt derzeit bei 15.220. Über einen Zeitraum von zehn Jahren betrachtet, zeigt sich ein drastischer Rückgang von 40,8 % bei den Betrieben.

Für landwirtschaftliche Betriebe bedeutet dies eine klare Entwicklung hin zu größeren Einheiten. Im Jahr 2015 hielt ein Betrieb durchschnittlich knapp 1.100 Schweine; heute sind es mehr als 1.400 Tiere pro Betrieb. Diese Konzentration könnte zwar Effizienzgewinne mit sich bringen, stellt aber auch Herausforderungen hinsichtlich der Betriebsführung und Tierwohlstandards dar.

Veränderungen in den Kategorien der Schweinehaltung

Die detaillierte Betrachtung der Schweinekategorien zeigt unterschiedliche Entwicklungen: Die Anzahl der Mastschweine nahm um 6,4 % ab und liegt nun bei 9,2 Millionen Tieren – ein Rückgang um 626.200 Tiere im Vergleich zum Vorjahr. Dagegen stieg die Zahl der Ferkel und Jungschweine um beeindruckende 8,1 %, was einem Plus von 809.800 Tieren entspricht, sodass ihre Gesamtzahl nun bei 10,9 Millionen liegt.

Auch die Zuchtsauen verzeichneten einen leichten Anstieg: Um 1,4 % erhöhte sich ihre Anzahl auf insgesamt 1,4 Millionen Tiere. Für die Landwirte erfordert diese Verschiebung innerhalb der Schweinekategorien eine flexible Anpassung ihrer Produktionsstrategien und Investitionen in moderne Haltungsbedingungen.

Zukunftsperspektiven für die deutsche Schweinehaltung

Die anhaltende Reduzierung der Anzahl kleinerer Betriebe könnte langfristig strukturelle Veränderungen in der Branche nach sich ziehen. Größere Einheiten müssen effizient arbeiten und gleichzeitig auf Nachhaltigkeit achten – eine Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und Umweltverantwortung ist gefragt.

Für viele Landwirte stellt dies eine Gratwanderung dar: Sie stehen vor Herausforderungen wie steigenden Produktionskosten und strengen Umweltauflagen. Doch innovative Lösungen und Investitionen in Technologie könnten hier entscheidende Vorteile bieten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Strukturveränderungen auf lange Sicht entwickeln werden und welche politischen Rahmenbedingungen möglicherweise Anpassungen nötig machen.