Die jüngste Entscheidung Chinas, hohe Strafzölle auf die Einfuhr von Milchprodukten aus der Europäischen Union zu erheben, stellt für europäische Landwirte und Molkereien eine erhebliche Herausforderung dar. Bereits ab dem 23. Dezember 2025 sollen diese Zölle gelten, wie das Handelsministerium in Peking verkündete. Die Zollsätze variieren dabei je nach Produkt und Hersteller zwischen 21,9 Prozent und 42,7 Prozent. Für landwirtschaftliche Betriebe bedeutet dies potenzielle Einbußen in einem Markt, der allein im Jahr 2023 ein Exportvolumen von Milchprodukten im Wert von 1,8 Milliarden Euro aufwies.
Hintergrund der Strafzölle
Die Einführung dieser Importzölle scheint eine Reaktion Chinas auf den anhaltenden Streit um Elektroautos zu sein. Bereits im Vorjahr hatte Peking Untersuchungen gegen große europäische Molkereien wie FrieslandCampina aus den Niederlanden und Belgien sowie Elvi aus Frankreich und Sterilgarda aus Italien eingeleitet. Diese Unternehmen wurden aufgrund ihrer hohen Exportmengen und breiten Produktpaletten ausgewählt.
Betroffene Unternehmen und Länder
Laut Berichten erhebt China den niedrigsten Zollsatz von 21,9 Prozent auf Produkte des italienischen Unternehmens Sterilgarda Alimenti. Dagegen müssen FrieslandCampina und andere nicht kooperierende EU-Molkereien den Höchstsatz von 42,7 Prozent zahlen. Französische Firmen sehen sich mit Zöllen von 29,7 Prozent, während deutsche und weitere europäische Molkereien mit einem Satz von 28,6 Prozent konfrontiert werden.
Zolltarife auch auf Schweinefleisch
Nicht nur Milchprodukte sind betroffen: Bereits letzte Woche führte China Zölle auf Schweinefleischimporte aus der EU ein. Diese liegen je nach Unternehmen zwischen 4,9 Prozent und 19,8 Prozent. Besonders betroffen sind Exporteure aus Spanien, den Niederlanden und Dänemark. Laut dem chinesischen Handelsministerium wird argumentiert, dass diese Produkte zu Dumpingpreisen nach China gelangen und dadurch der heimischen Landwirtschaft Schaden zufügen.
Kritik der EU-Kommission
Die EU-Kommission reagierte scharf auf die erhobenen Zölle und bezeichnete die Vorwürfe Pekings als fragwürdig und unzureichend belegt. Brüssel plant eine offizielle Stellungnahme an die chinesische Regierung zu senden und erwartet bis zum 21. Februar konkrete Reaktionen. Gleichzeitig hat die Kommission bereits die Welthandelsorganisation (WTO) eingeschaltet, um gegen die ihrer Ansicht nach ungerechtfertigten Handelspraktiken vorzugehen.
