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Tierrechtsaktivisten erzwingen Schließung des Luna-Schlachthofs Buckl

Der Geflügelschlachthof Luna in Wassertrüdingen, der aufgrund von Verstößen gegen den Tierschutz geschlossen wurde, steht kurz vor seiner endgültigen Abwicklung. Nach Angaben der Tierrechtsorganisation Aninova verkauft das Unternehmen derzeit seine Fahrzeuge und Maschinen. Rund 125 Mitarbeitende haben bereits ihre Stellen verloren. In den kommenden Monaten soll die vollständige Liquidierung des Betriebs erfolgen.

Hintergrund der Schließung

Der Hühnerschlachthof war einst in der Lage, täglich bis zu 100.000 Hühner, vornehmlich sogenannte Alkthennen, zu verarbeiten, die als „Luna“-Suppenhühner deutschlandweit in den Handel gelangten. Jedoch führten heimlich aufgenommene Videos, die im Frühjahr 2025 veröffentlicht wurden, zur Schließung des Betriebs durch die Bayerische Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (KBLV). Diese Aufnahmen zeigten erhebliche Tierschutzmängel und lösten sofortige Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Ansbach aus.

Rechtliche Konsequenzen

Im Zuge der Ermittlungen wurden mittlerweile sieben Strafbefehle gegen Mitarbeitende des Schlachthofs erlassen. Diese müssen Geldstrafen zwischen 30 und 180 Tagessätzen zahlen. Zwei der Strafbefehle führen zu Vorstrafen, da sie über 91 Tagessätze hinausgehen; einer ist bereits rechtskräftig. Die betroffenen Personen waren direkt an den Schlachtprozessen beteiligt und konnten durch das Videomaterial identifiziert werden. Weitere Verfahren laufen parallel als Ordnungswidrigkeiten bei der zuständigen Verwaltungsbehörde.

Versuche zur Rettung des Betriebs

Trotz mehrerer Anstrengungen, den Betrieb nach der Schließung wirtschaftlich zu sichern, scheiterten Gespräche mit der bayerischen Landesregierung im Oktober 2025 an einer möglichen finanziellen Unterstützung oder Bürgschaften. Auch eine mögliche Unterstützung durch das Land Baden-Württemberg wurde im Dezember 2025 ohne Erfolg verhandelt. Da keine Investoren oder Käufer gefunden werden konnten, blieb als letzte Konsequenz nur noch die vollständige Abwicklung des Unternehmens.

Reaktionen von Tierrechtlern

Tierrechtsorganisationen sehen das Ende des Luna-Schlachthofs als bedeutenden Sieg in ihrem Einsatz für bessere Tierhaltungsbedingungen. Die Veröffentlichung des belastenden Videomaterials hat maßgeblich dazu beigetragen, dass ein Umdenken innerhalb der Branche angestoßen wurde und gesetzliche Regelungen verstärkt hinterfragt werden.