Zu Beginn des Jahres 2026 stehen die Pommes frites-Exporte der Europäischen Union vor erheblichen Herausforderungen. Trotz stabiler Nachfrage innerhalb Europas zeigt sich das Geschäft mit Drittländern schwächer als erhofft. Besonders auffällig ist der Rückgang im Januar, der mit einem Minus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu Buche schlägt.
Rückläufige Drittlandexporte trotz sinkender Preise
Im ersten Halbjahr des Wirtschaftsjahres 2025/26 bewegten sich die Gesamtexporte von Tiefkühlpommes aus den wichtigen Produktionsregionen der EU bei insgesamt 2,48 Millionen Tonnen. Das entspricht einem leichten Anstieg gegenüber den Vorjahren. Dennoch war der Zuwachs weit unter den Erwartungen, besonders angesichts der Preisreduzierungen: Der Wert pro Kilogramm sank von 1,20 Euro Anfang 2025 auf nur noch 1,04 Euro im Januar 2026.
Unterschiedliche Entwicklungen in Europa und auf dem Weltmarkt
Während innerhalb Europas eine positive Absatzentwicklung zu verzeichnen war, insbesondere in Frankreich, Spanien und Italien, wo ein Aufschwung um 80.000 Tonnen registriert wurde, sieht es auf dem Weltmarkt anders aus. Länder wie Malaysia, Indonesien und Thailand verzeichneten zwar erwartete Rückgänge, jedoch trafen auch größere Verluste bei großen Abnehmern wie Großbritannien und den USA die Exporteure hart.
Verschiebung der Produktionsstandorte
Eine bedeutende Veränderung betrifft die Herkunft der gelieferten Pommes frites innerhalb der EU. So hat Nordfrankreich seine Exporte gesteigert, während Belgien weniger lieferte. Diese strukturellen Verschiebungen könnten langfristige Auswirkungen auf den Markt haben.
Besorgniserregender Einbruch im Januar
Der Januar 2026 markiert einen Tiefpunkt für die Exporte in Drittländer mit insgesamt nur noch 170.000 Tonnen – ein Rückgang um 23.000 Tonnen im Vergleich zum Vorjahresmonat. Besonders betroffen waren Märkte in Großbritannien, Saudi-Arabien und Japan.
Marginale Drittlandimporte
Zwar waren Drittlandimporte traditionell nie bedeutend für die EU, doch auch hier bleibt das Volumen gering: Im ersten Halbjahr wurden knapp über 9.000 Tonnen importiert, wobei Großbritannien mit über 7.000 Tonnen den Löwenanteil stellte.
Letztlich stellt sich die Frage, ob die aktuelle Marktsituation lediglich ein temporäres Phänomen darstellt oder symptomatisch für tiefere strukturelle Probleme in der Kartoffelverarbeitungsindustrie ist.
