Die Preise für Getreide und Raps verzeichnen zu Beginn der Woche einen Anstieg, der offenbar mehr durch die Entwicklung der Rohölpreise als durch spezifische Marktbedingungen beeinflusst wird. Insbesondere die Ölpreise sind aufgrund geopolitischer Spannungen im Nahen Osten stark schwankend. Derweil steigen sowohl Weizen- als auch Maispreise an der Euronext, nachdem sie am Freitag einem deutlichen Rückgang unterlagen.
Getreidepreise im Aufwind
Am Montag notierten die Weizenpreise für den Maitermin an der Euronext mit einem Plus von 2,0 Euro bei 205,25 Euro je Tonne, während der Septembertermin um 2,75 Euro auf 214,50 Euro je Tonne stieg. Die Maispreise erhöhten sich ebenfalls; der Junitermin stieg um 3,75 Euro auf 211,75 Euro je Tonne und der Novembertermin um 3,25 Euro auf 208,50 Euro je Tonne. Diese Bewegungen sind vor dem Hintergrund volatiler Ölpreise zu sehen, die durch den Konflikt im Iran beeinträchtigt werden.
Trotz jüngster Angriffe auf Energieinfrastrukturen in der Region klettern die Rohölpreise weiter nach oben. Dieser Trend wird jedoch durch internationale Bemühungen zur Sicherung der Straße von Hormuz teilweise gebremst. Laut Berichten konnten mindestens elf Schiffe mit Getreide und Ölsaaten für den Iran seit Ende Februar diese wichtige Handelsroute passieren.
Niederschlagsmangel sorgt für Ernteunsicherheit
Sowohl in Deutschland als auch in Frankreich bereiten die prognostizierten geringen Niederschläge in den nächsten zwei Wochen Sorgen hinsichtlich der kommenden Ernten. In den USA wächst die Besorgnis über die bevorstehende Weizenernte aufgrund eines zunehmenden Wassermangels im Mittleren Westen.
Der europäische Verband COCERAL hat seine Prognose für die EU-Weichweizenproduktion 2025/26 um 1,3 Millionen Tonnen gesenkt. Gleichzeitig wurde jedoch eine Anhebung der Prognose für die gesamte Getreideproduktion erwartet. Der Internationale Getreiderat (IGC) hob seine Schätzungen für die weltweite Produktion von Weizen und Mais ebenfalls an.
Raps- und Sojabohnenmarkt bleibt volatil
Auch die Rapspreise zeigen erhebliche Schwankungen und passen sich den Entwicklungen auf dem Rohölmarkt an. Am Freitag fielen sie unter 500 Euro pro Tonne, erholten sich jedoch bis Montag wieder leicht. Die Sojabohnenpreise erleben ähnliche Bewegungen aufgrund globaler Unsicherheiten im Handel.
Laut dem US-Landwirtschaftsministerium wird China im Jahr 2026 voraussichtlich mehr Sojabohnen importieren als im Vorjahr, was auf eine stabile Nachfrage aus der Futtermittelindustrie zurückzuführen ist. Währenddessen bleiben Brasilien und die USA wichtige Lieferanten für den chinesischen Markt.
