Der Ausbau der Windenergie in Deutschland steht vor einer entscheidenden Weichenstellung. Mehrere Landesenergieminister und Verbände fordern von der Bundesnetzagentur und Energieministerin Katherina Reiche eine zügige Erhöhung des Ausschreibungsvolumens. Hintergrund dieser Forderung ist das verfehlte Ziel einer Bruttostromerzeugung von 346 Terawattstunden aus erneuerbaren Energien für das Jahr 2025. Eine deutliche Aufstockung der Ausschreibungen gilt als notwendiger Schritt, um die Lücke zu schließen.
Windprojekte im Wartestand
Das zentrale Problem liegt in den überzeichneten Ausschreibungsrunden. Trotz vorhandener Baupläne und Genehmigungen stehen zahlreiche Windenergieprojekte still. Die Landesminister argumentieren, dass die bisherige Politik zwar den Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben hat, jedoch viele Projekte aufgrund des begrenzten Ausschreibungsvolumens nicht realisiert werden können. Dieser Zustand führt laut den Politikern zu einem Verlust an Wachstumspotenzial, Klimaschutzmöglichkeiten und Energiesouveränität.
Forderung nach Sonderausschreibungen
Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Tobias Goldschmidt hebt hervor, dass die Bundesnetzagentur kurzfristig ihr Ausschreibungsvolumen um 30 Prozent erhöhen sollte. Mit dieser Maßnahme könnten in diesem Jahr bis zu drei Gigawatt mehr an Windenergiekapazität umgesetzt werden. Die Bundesregierung wird zudem aufgefordert, Sonderausschreibungen durchzuführen und für die kommenden Jahre Planungen anzustoßen, um genehmigte Projekte schnellstmöglich zu realisieren.
Breite Unterstützung aus den Bundesländern
Unterstützung erhalten die Minister von verschiedenen Verbänden wie der Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg (PEE BW) und dem Landesverband Erneuerbare Energien Bayern (LEE Bayern). Diese Organisationen betonen ebenfalls die Dringlichkeit einer Anhebung der Ausschreibungsvolumina für das Jahr 2026. Laut den Verbänden könnten viele genehmigte Windparkprojekte unmittelbar starten, jedoch hemmen derzeit die überzeichneten Ausschreibungen den Fortschritt.
Ein pragmatischer Schritt zur Energiewende
Die vorgeschlagene Erhöhung der Ausschreibungsvolumina wird als praktikabler Ansatz innerhalb des bestehenden gesetzlichen Rahmens gesehen. Sie könnte helfen, die aktuellen Engpässe zu überwinden und gleichzeitig den Anteil klimafreundlicher Energiequellen am Strommix zu erhöhen. Besonders Projekte in Nord- und Ostdeutschland würden von einer solchen Maßnahme profitieren, was im Sinne der gesamtdeutschen Energiewende als notwendig erachtet wird.
Die Diskussion um das Ausschreibungsvolumen zeigt deutlich: Um Deutschlands Energieziele zu erreichen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern, sind rasche politische Entscheidungen erforderlich. Die Bereitschaft zur Investition ist vorhanden – nun müssen die regulatorischen Hürden fallen.
