Rund 10.000 Landwirte in Deutschland fordern Schadensersatz, nachdem bekannt wurde, dass Großhändler über Jahre hinweg Preise für Pflanzenschutzmittel abgesprochen haben. Das sogenannte Pflanzenschutz-Kartell operierte von 1998 bis 2015 und wurde erst im Januar 2020 aufgedeckt. Die betroffenen Landwirte haben sich inzwischen Klagegemeinschaften angeschlossen, um ihre Ansprüche geltend zu machen.
Erste Klagen erreichen die Gerichte
Eine der prominentesten Klagegemeinschaften, LitFin, hat kürzlich eine erste Klage für 1.700 landwirtschaftliche Betriebe eingereicht. Die Schadensersatzforderungen belaufen sich auf fast 250 Millionen Euro, wie aus einer Pressemitteilung von LitFin hervorgeht. Die Landwirte hoffen nun auf eine schnelle gerichtliche Entscheidung.
Prozessfinanzierer tragen das Risiko
Der Prozess wird durch den Prozessfinanzierer LitFin unterstützt, der seinen Sitz in Prag hat. Das Verfahren sieht vor, dass die betroffenen Landwirte ihre Rechnungen einreichen und die Kanzleien die Ansprüche gesammelt durchsetzen. Im Erfolgsfall erhält der Finanzierer zwischen 20 und 30 Prozent des ausgezahlten Schadensersatzes, während der Rest an die Landwirte geht.
Kartellverstoß vom Bundeskartellamt festgestellt
Das Bundeskartellamt hatte festgestellt, dass die Großhändler für Pflanzenschutzmittel nahezu flächendeckend Preisabsprachen getroffen hatten. Dafür wurden bereits Bußgelder in Höhe von rund 157 Millionen Euro verhängt. Nach geltendem Recht wird davon ausgegangen, dass diese Preisabsprachen zu erhöhten Kosten für die Produkte führten und somit den Schaden der landwirtschaftlichen Betriebe verursachten.
Zahlreiche Landwirte hoffen auf Entschädigung
Die betroffenen Landwirte verfolgen gespannt die Entwicklungen der gerichtlichen Auseinandersetzungen und hoffen auf eine baldige Auszahlung des Schadensersatzes. Der Fall des Pflanzenschutz-Kartells zeigt eindrucksvoll die Auswirkungen von Preisabsprachen auf die Landwirtschaft und unterstreicht die Bedeutung der Durchsetzung fairer Marktbedingungen.
