Russlands Position als wichtiger Exporteur von Schweinefleisch und Düngemitteln nach China hat sich im vergangenen Jahr deutlich gestärkt. 2025 erreichten die Exporte von Schweinefleisch einen Wert von 73,8 Millionen Euro, was einen Anstieg um mehr als 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Diese Entwicklung ist bemerkenswert, da Russland erst im April 2024 mit dem Export von Schweinefleisch in die Volksrepublik begonnen hatte.
Steigende Bedeutung Russlands im chinesischen Markt
Innerhalb kurzer Zeit hat sich Russland zu einem der zehn wichtigsten Lieferanten für Schweinefleisch in China entwickelt, wie Angaben der chinesischen Zollbehörde (GACC) zeigen. Dieser Erfolg wird auch dadurch unterstrichen, dass China im letzten Jahr aus 17 verschiedenen Ländern Schweinefleisch importierte, wobei Spanien mit 508,6 Millionen Euro an der Spitze steht, gefolgt von Brasilien mit 315,2 Millionen Euro.
Antidumpingzölle als Herausforderung für die EU
Während Russland seine Exporte nach China ausbaut, stehen die EU-Länder vor neuen Herausforderungen. Seit dem 17. Dezember 2025 sind Antidumpingzölle auf europäische Schweinefleischimporte in Kraft getreten. Diese Zölle, die zwischen 4,9 und 19,8 Prozent variieren können, könnten die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Produkte in China beeinträchtigen und damit das Importvolumen reduzieren.
Dynamik der russischen Exporte
Trotz des allgemeinen Erfolgs gab es Schwankungen bei den monatlichen Exportwerten Russlands nach China. Im Juli 2025 erreichten die Lieferungen ihren Höchststand mit 10,6 Millionen Euro, während sie im Dezember desselben Jahres auf 4,1 Millionen Euro sanken. Derzeit sind drei russische Unternehmen berechtigt, Schweinefleisch nach China zu exportieren; sieben weitere Firmen warten auf eine Genehmigung durch Rosselkhoznadzor.
Mineraldüngerexporte als weiteres Standbein
Neben Fleischprodukten konnte Russland auch seine Exporte von Mineraldüngern nach China kräftig steigern. Im Jahr 2025 wurden fast 5 Millionen Tonnen exportiert – ein Zuwachs von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies generierte Einnahmen von insgesamt 1,4 Milliarden Euro, was einem Plus von zwölf Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht.
Kali dominiert den Düngermarkt
Kali bildete mit 4,6 Millionen Tonnen den größten Anteil der russischen Düngemittelexporte nach China und brachte Einnahmen von circa 1,3 Milliarden Euro. Insgesamt beliefen sich Chinas Düngerimporte auf 14,1 Millionen Tonnen, wobei Russland etwa ein Drittel dieser Menge lieferte.
Zusammenfassend zeigt sich, dass Russland nicht nur seine Präsenz auf dem chinesischen Markt ausbauen konnte, sondern auch durch vielseitige Handelsbeziehungen sowohl im Fleisch- als auch im Düngergeschäft Zeichen setzt. Die Entwicklungen könnten langfristig Auswirkungen auf die globale Agrarwirtschaft haben.
