Die weltweite Weizenproduktion hat im Jahr 2025 einen Rekordstand erreicht, was die Preise auf den internationalen Getreidemärkten spürbar beeinflusst. Der Internationale Getreiderat (IGC) schätzt die Ernte auf 819 Mio. Tonnen, während das US-Agrarministerium sogar von fast 838 Mio. Tonnen ausgeht. Diese hohen Produktionsmengen führen zu einem Überangebot, das die Preise unter Druck setzt.
Globale Entwicklungen belasten Märkte
Die europäischen Getreidemärkte stehen vor Herausforderungen: An der Matif in Paris fiel der Weizenpreis seit Mitte Februar 2025 um etwa 20 % auf unter 240 €/t. Auch bei der Futtergerste konnten ähnliche Trends beobachtet werden, obwohl der Preisverfall hier weniger stark ausfiel. Die EU verdoppelte ihre Gerstenexporte, was die globale Nachfrage nach diesem Korn stützt und positive Auswirkungen auf die Preise hat.
Kriegsbedingte Unsicherheiten
Der anhaltende Konflikt in der Ukraine sorgt weiterhin für Unsicherheiten auf den Märkten. Fragen zur Zukunft des Hafens von Odessa als zentralem Exportknotenpunkt und mögliche Friedensverhandlungen sind entscheidend für die Entwicklung der internationalen Handelswege. Zudem erhöhen geopolitische Spannungen und Extremwetterereignisse das Risiko in der landwirtschaftlichen Planung.
Steigende Betriebsmittelkosten
Im Jahr 2025 stiegen die Kosten für Dünger, Energie und Pflanzenschutzmittel erheblich an, was die wirtschaftliche Situation vieler Landwirte belastet. Auch für das kommende Jahr wird mit weiteren Kostensteigerungen gerechnet, was die Planungssicherheit zusätzlich erschwert.
Zukunftsaussichten und Risikomanagement
Trotz widriger Bedingungen sehen Marktbeobachter optimistisch in die Zukunft: Die Feldbestände befinden sich in einem guten Zustand, und ohne unerwartete Wetterextreme sind hohe Erntemengen zu erwarten. Dennoch bleibt Risikomanagement entscheidend: Erzeuger sollten ihre Bestände kontinuierlich in Teilmengen vermarkten, um flexibel auf Preisschwankungen reagieren zu können.
Während Prognosen für das Jahr 2026 hohe Erträge vorhersagen, hoffen viele Landwirte auf eine Stabilisierung der Preise im Laufe des Wirtschaftsjahres 2026/27. Kontinuierliche Vermarktungsstrategien könnten dabei helfen, Preisschwankungen abzufangen und eine bessere Marktpräsenz sicherzustellen.
