China hat offenbar die geplante Menge von 12 Millionen Tonnen Sojabohnen aus den USA für die laufende Saison aufgekauft, wie anonyme Quellen aus der Handelsbranche berichten. Diese Zahl wurde von der Agrarmarktinformationsgesellschaft AMI in Bonn hervorgehoben, obwohl eine offizielle Bestätigung seitens Chinas noch aussteht.
Marktverschiebungen und staatliche Akteure
Berichten zufolge konzentrierten sich die Käufe auf staatliche Unternehmen wie Sinograin und COFCO, während private Verarbeiter weiterhin günstigere Optionen aus Brasilien und Argentinien bevorzugen. Ein Teil der US-Sojaimporte könnte in die strategischen Reserven Chinas fließen. Sinograin führte zuletzt wiederholt Auktionen durch, um neuen Lagerraum zu schaffen.
Ausblick: Mögliche Exportpause?
Trotz des psychologischen Meilensteins bleibt das Volumen der Importe hinter früheren „Normalniveaus“ zurück. Experten diskutieren nun die Möglichkeit einer Exportpause bis zum Sommer 2026, insbesondere vor dem Hintergrund bestehender Zoll- und Preisprobleme. Die aktuelle Dominanz südamerikanischer Exporte könnte ebenfalls dazu beitragen, dass weitere US-Käufe erst dann erfolgen, wenn deren Produkte preislich wieder attraktiver werden.
Langfristige Ziele und Unsicherheiten
Für die kommenden Jahre wurde ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Laut einem White-House-Fact-Sheet soll China in den Jahren 2026 bis 2028 jährlich mindestens 25 Millionen Tonnen US-Sojabohnen importieren. Ob diese angestrebten Mengen zu stabilen Handelsströmen führen werden, bleibt jedoch abzuwarten.
Zusammengefasst zeigt sich, dass trotz Erreichung der aktuellen Zielmarke weiterhin Unsicherheiten im Sojabohnenhandel zwischen den USA und China bestehen. Marktbeobachter betonen die Notwendigkeit einer Flexibilisierung der Handelsstrategien angesichts der volatilen Preis- und Zollsituation.
