Landwirte in Deutschland stehen zunehmend unter Druck, was sie dazu bewegt, ihre Unzufriedenheit auf die Straßen zu tragen. Am Donnerstag, dem 8. Januar, sind in Mecklenburg-Vorpommern und im nördlichen Brandenburg weitreichende Protestaktionen geplant. Der Verein „Land schafft Verbindung“ (LSV) organisiert diese Aktionen, um gegen steigende Betriebskosten und EU-Handelspläne mobil zu machen. Für landwirtschaftliche Betriebe bedeutet dies, dass sie sich gegen immer größere wirtschaftliche Herausforderungen wehren müssen.
Proteste an Autobahnen und in Dresden
Unter dem Motto „Landwirte kämpfen um ihre Zukunft“ plant der LSV Verkehrsstörungen an nahezu allen Autobahnauffahrten in Mecklenburg-Vorpommern. Ursprünglich waren die Proteste für mehrere Tage angedacht, jedoch wurden sie nach Gesprächen mit dem Innenministerium auf einen Tag zwischen 07:00 und 17:00 Uhr begrenzt. In Brandenburg beginnen die Aktionen zeitgleich an den Autobahnen A11 und A24.
In Sachsen setzt man auf eine andere Form des Protests: Vor der Frauenkirche in Dresden wird am Nachmittag demonstriert. Die dort geplante Aktion zielt darauf ab, das Mercosur-Abkommen der EU mit Südamerika zu kritisieren. Anstatt großer Traktoren werden dieses Mal 300 Trettraktoren eingesetzt, um ein Zeichen für die Landwirtschaft zu setzen. Damit möchte man eine Konfrontation mit der Bevölkerung vermeiden.
Kritik an wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
Die Gründe für den Protest sind vielfältig. Landwirte äußern Bedenken über steigende Energie- und CO2-Kosten, die ihnen das wirtschaftliche Überleben erschweren könnten. Rüdiger Schulz vom LSV-Vorstand Mecklenburg-Vorpommern betont, dass diese Kosten den Betrieben „die Luft zum Atmen“ nehmen. Zudem befürchten viele Landwirte durch das geplante Mercosur-Freihandelsabkommen eine Schwächung ihrer Wettbewerbsfähigkeit und Gefahr für die nationale Ernährungssouveränität.
Die Demonstranten fordern daher einen direkten Dialog mit führenden Politikern wie Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), um ihre Anliegen direkt zu adressieren.
Bauernverband ruft zur Besonnenheit auf
Trotz der grundsätzlichen Einigkeit über die Problemlage distanziert sich der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern von den Blockadeaktionen. Verbandspräsident Karsten Trunk hält solche Maßnahmen derzeit nicht für sinnvoll und warnt vor einem Verlust des Rückhalts in der Gesellschaft. Der Verband setzt stattdessen auf politischen Druck durch Gremienarbeit, überlässt es aber jedem Landwirt selbst, ob er sich den Protesten anschließen möchte.
- Energie- und CO2-Kosten: Belastung für landwirtschaftliche Betriebe
- Mercosur-Abkommen: Gefahr für Wettbewerbsfähigkeit
- Bauernverband: Ruft zur Vorsicht bei Protestaktionen auf
