Die deutsche Geflügelwirtschaft sieht sich 2025 mit der schwersten Welle der Vogelgrippe seit drei Jahren konfrontiert. Besonders betroffen sind landwirtschaftliche Betriebe, die ihre Bestände durch den Ausbruch der Geflügelpest stark gefährdet sehen. Die Behörden melden nahezu täglich neue Fälle, was die Herausforderungen für Landwirte erheblich verschärft.
Höchststand bei Ausbrüchen
Im gesamten Jahr 2025 wurden in Deutschland auf 122 Höfen sowie bei 1.125 Wildvögeln Infektionen mit dem Vogelgrippevirus nachgewiesen. Dies stellt laut dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) eine Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr dar. Für die betroffenen Betriebe bedeutet dies nicht nur massive wirtschaftliche Verluste, sondern auch eine erhöhte Anforderung an die Biosicherheit.
Schutzmaßnahmen und Stallpflichten
Angesichts der hohen Infektionszahlen haben viele Landkreise Schutz- und Überwachungszonen eingerichtet, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Diese Maßnahmen beinhalten häufig eine Stallpflicht, die vor allem kleinere Betriebe vor Herausforderungen stellt, da sie oft nicht über geeignete Einrichtungen für die dauerhafte Unterbringung ihrer Tiere verfügen.
Massentötungen zur Eindämmung
Ein drastisches Beispiel für die Auswirkungen ist ein Fall in Ebersbach, wo ein Betrieb seinen gesamten Bestand von 310.000 Legehennen keulen musste. Auch in anderen Regionen wie Haselünne und dem Landkreis Meißen wurden zehntausende Tiere vorsorglich getötet, um das Virus einzudämmen.
Politische Reaktionen und Forderungen
Die Geflügelwirtschaft fordert nun entschlossene politische Maßnahmen, einschließlich einer Anpassung der Entschädigungsregelungen. Laut Wolfgang Schleicher von der Deutschen Geflügelwirtschaft sollten Bundesländer eine generelle Aufstallungspflicht in Betracht ziehen. Eine angedachte Erhöhung der Entschädigungen von bislang maximal 50 Euro auf bis zu 110 Euro pro Tier könnte den Landwirten zumindest finanziell etwas Luft verschaffen.
Blick auf Lösungsansätze
Um künftig besser gerüstet zu sein, wird auch über den Einsatz von Impfstoffen diskutiert. Der Verband fordert, sich einer Impfstrategie nicht zu verschließen, selbst wenn dies Exportsperren nach sich ziehen könnte. Frankreich habe bereits positive Erfahrungen mit einer großflächigen Impfung gemacht und konnte die Zahl der Ausbrüche signifikant senken.
Zukunftsperspektiven
Für Landwirte bleibt es essenziell, die Biosicherheitsmaßnahmen weiter streng einzuhalten und Verdachtsfälle schnell zu melden. Nur durch eine Kombination aus konsequenten Schutzmaßnahmen und politischer Unterstützung kann das Risiko für künftige Ausbrüche minimiert werden.
