Landwirte in Deutschland stehen vor einer komplexen Situation: Während der Gesamtbestand an Rindern leicht zurückgegangen ist, hat die Zahl der Milchkühe marginal zugenommen. Dies geht jedoch mit einer erheblichen Verringerung der Milchviehbetriebe einher, was auf langfristige strukturelle Veränderungen in der Landwirtschaft hindeutet.
Aktuelle Zahlen und Entwicklungen
Zum Stichtag 3. November 2025 wurde in Deutschland ein Gesamtbestand von 10,5 Millionen Rindern registriert, darunter 3,6 Millionen Milchkühe. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang des Rinderbestands um etwa 0,4 %, was einem Verlust von 41.000 Tieren entspricht. Gleichzeitig stieg die Anzahl der Milchkühe im selben Zeitraum um 0,2 %, was einem Zuwachs von 7.200 Tieren gleichkommt.
Längerfristige Trends
Über einen Zeitraum von zehn Jahren betrachtet, zeigt sich jedoch ein deutlicher Abwärtstrend: Der Bestand an Milchkühen hat um 16 % abgenommen, das sind 688.000 Tiere weniger. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Zahl der Milchviehbetriebe wider, die im Vergleich zum Vorjahr um 10,9 %, also um 5.400 Betriebe, auf rund 43.000 gesunken ist.
Langfristige Herausforderungen für Landwirte
Der Zehnjahresvergleich zeigt einen noch gravierenderen Rückgang bei den Milchviehbetrieben: Seit 2015 hat sich ihre Zahl um 40,8 %, das sind 29.900 Betriebe weniger, reduziert. Diese Entwicklung stellt viele Landwirte vor erhebliche Herausforderungen und zwingt sie zur Anpassung ihrer Betriebsstrukturen.
Mögliche Lösungsansätze und Zukunftsperspektiven
Trotz dieser Herausforderungen bieten sich für landwirtschaftliche Betriebe auch Chancen zur Neuausrichtung. Effizienzsteigerungen in der Tierhaltung sowie Investitionen in moderne Technologien könnten helfen, die Wirtschaftlichkeit zu verbessern und nachhaltigere Praktiken zu etablieren. Zudem könnten Kooperationen zwischen Betrieben eine sinnvolle Strategie sein, um den veränderten Marktanforderungen gerecht zu werden.
