Die Preisentwicklung am Rindermarkt zeigt weiter nach oben, wobei weibliche Tiere besonders deutlich im Wert zulegen. Für qualitativ gute Schlachtfärsen erhalten Landwirte inzwischen deutlich höhere Erlöse als noch in der Vorwoche. Die Notierungen für Jungbullen bleiben dagegen auf dem zuletzt erreichten Höchststand stabil.
Am 8. September kletterte der Vereinigungspreis für Schlachtkühe erneut, während Färsen sogar noch stärkere Preisaufschläge verzeichnen konnten. Damit setzt sich der Aufwärtstrend bei den Rinderpreisen fort. Nach Angaben der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) bleiben Jungbullenpreise unverändert, während das knappe Angebot bei Kühen und Färsen für deutliche Zuwächse sorgt.
Für Jungbullen der Handelsklasse R3 liegt der Preis weiterhin bei 7,00 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht. Schlachtkühe der Klasse O3 erzielen inzwischen 6,20 Euro/kg SG, ein Plus von 5 Cent. Besonders stark gestiegen sind die Erlöse für Färsen: Tiere der Klasse R3 brachten 6,87 Euro/kg SG ein, das sind 17 Cent mehr als in der Vorwoche. Färsen der Klasse O3 legten um 5 Cent auf 6,25 Euro/kg SG zu.
Die Gründe für die Preissteigerungen liegen vor allem im knappen Angebot. Landwirtschaftskammern melden aus mehreren Regionen, dass derzeit weniger Schlachtrinder verfügbar sind. Sowohl in Schleswig-Holstein als auch in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz bestätigen die Märkte eine enge Versorgungslage. Premiumqualitäten sind besonders gefragt, während Schlachtkühe und leichtere Färsen von der gestiegenen Nachfrage profitieren.
Ein wesentlicher Faktor für die angespannte Marktlage ist der rückläufige Rinderbestand in Deutschland. Zusammen mit stabilen Milchpreisen führt dies dazu, dass weniger Tiere zur Schlachtung bereitstehen. Im ersten Halbjahr 2025 sank die Zahl der Schlachtungen im Durchschnitt um rund acht Prozent. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern ist kurzfristig nicht mit einer deutlichen Erhöhung der Bestände zu rechnen.
