Die Bundesregierung will die Prämien für Agroforstwirtschaft deutlich anheben. Geplant ist, die Förderung für Agrarholzflächen ab 2026 von bisher 200 auf 600 Euro je Hektar zu erhöhen. Grundlage ist ein Referentenentwurf des Bundesagrarministeriums zur Änderung der Direktzahlungsverordnung im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik. Damit wird zugleich ein Beschluss der Länderagrarminister aus dem Frühjahr umgesetzt.
Durch die geplante Verdreifachung der Hektarprämie soll die Agroforstwirtschaft für Betriebe attraktiver werden. Bislang galt sie trotz ökologischer Vorteile wie höherer Artenvielfalt häufig als wirtschaftlich wenig lohnend. Fachverbände betonen jedoch, dass selbst mit den erhöhten Zahlungen der dringend benötigte Ausbau nicht automatisch gesichert sei.
Die laufende Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik endet 2027. Für eine verlässliche Planung wünschen sich Betriebe bereits jetzt Klarheit, ob es darüber hinaus eine Fortführung der Unterstützung geben wird. Nur so könnten langfristige Investitionen in Agroforstsysteme abgesichert werden.
Ein zusätzlicher Ansatzpunkt betrifft die hohen Einstiegskosten. Der Fachverband Holzenergie fordert deshalb weitere Hilfen für Flächen, die erstmals für den Anbau von Agrarholz genutzt werden. Als Beispiel wird Bayern genannt, wo aktuell Zuschüsse von bis zu 5.271 Euro je Hektar für Wertholz gezahlt werden. Aufgrund der kleinteiligen Strukturen und des hohen Pachtanteils ist das Programm jedoch begrenzt und soll im September auslaufen.
Diskutiert wird außerdem eine Anpassung der technischen Vorgaben. So schlägt der Fachverband Holzenergie vor, den Mindestabstand zwischen Gehölzstreifen von 20 auf 10 Meter zu reduzieren. Dies könnte die Effizienz steigern und gleichzeitig den Erosionsschutz verbessern. Der Abstand zu Waldrändern und Landschaftselementen solle dagegen bei 20 Metern bleiben.
Auch bei den zugelassenen Baumarten gibt es Änderungswünsche. Die Robinie, bislang auf der Negativliste geführt, könnte nach Ansicht des Verbandes in Agroforstsystemen eine wichtige Rolle spielen. Sie gilt als widerstandsfähig und für die Energieholzproduktion besonders geeignet.
Ob die geplanten Anpassungen zu einem breiteren Einsatz der Agroforstwirtschaft führen, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Die Branche setzt darauf, dass mit höheren Prämien und klaren Regelungen eine nachhaltige Entwicklung angestoßen wird.
