Nach mehreren Wochen mit sinkenden Preisen zeigen die Rapssaatkurse zu Wochenbeginn eine leichte Erholung. Auch wenn die Notierungen zuletzt gestiegen sind, liegen sie weiterhin unter dem Niveau der Vorwoche. Besonders die Verluste vor dem Wochenende hatten die Stimmung am Markt geprägt.
Ein wesentlicher Faktor für die jüngste Entwicklung ist der Handelskonflikt zwischen China und Kanada. Hohe Importzölle erschweren den Export von Canola aus Kanada erheblich. Dadurch könnte Australien stärker in den internationalen Markt rücken, da dort in diesem Wirtschaftsjahr mit einer Ernte von über sechs Millionen Tonnen gerechnet wird.
Die Marktlage wird zusätzlich durch eine etwas größere Ernte in Europa im Vergleich zum Vorjahr beeinflusst. Bisher bezog der Kontinent vor allem Ware aus Australien. Durch die aktuellen Handelshemmnisse könnte Kanada künftig ebenfalls als Lieferant an Bedeutung gewinnen. Diese möglichen Veränderungen in den internationalen Strömen sorgen für eine unklare Situation am Markt.
Trotz dieser Unsicherheit bleibt der Bedarf der Ölmühlen hoch. Am Kassamarkt findet Raps aus der Landwirtschaft mehr Abnehmer als Getreide. Für Partien mit hohem Ölgehalt lassen sich nach wie vor zufriedenstellende Erlöse erzielen. Auch für die kommenden Monate signalisieren die Ölmühlen anhaltendes Interesse an Rapslieferungen.
