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Weizenkurse sinken deutlich, Soja legt spürbar zu

Die Notierungen für Weizen-Futures haben den tiefsten Stand seit Juli 2024 erreicht. Grund dafür sind die bevorstehenden Ernten auf der Nordhalbkugel und günstige Wetterbedingungen in mehreren wichtigen Anbauregionen. Diese Entwicklung deutet kurzfristig auf ein höheres Angebot hin und setzt die Preise unter Druck.

In vielen bedeutenden Exportländern steht die Getreideernte zur Jahresmitte an. Mit dem erwarteten Zufluss neuer Ware wächst das Angebot, was sich auf die Preisentwicklung an den Warenterminmärkten auswirkt.

Die Wachstumsbedingungen in Staaten wie den USA und Russland haben sich im Vergleich zu den ursprünglichen Erwartungen verbessert. Nach Einschätzung der Commonwealth Bank of Australia erscheinen die Anbaubedingungen dort stabiler als zunächst befürchtet.

Zusätzliche Niederschläge werden in dieser Woche im Schwarzmeerraum erwartet. Laut Angaben des Wetterdienstleisters Vaisala könnte dies die Bodenfeuchte erhöhen und das Wachstum der Winterweizenbestände begünstigen. Zuvor hatten Trockenphasen und Kälteeinbrüche in der Region für Verzögerungen gesorgt.

Das US-Landwirtschaftsministerium USDA wird am Montag seine ersten globalen Prognosen zum Angebot und zur Nachfrage im Wirtschaftsjahr 2025/26 veröffentlichen. Nach einer Umfrage unter Analysten, die Bloomberg durchgeführt hat, wird ein Anstieg der weltweiten Weizenreserven auf 261,4 Millionen Tonnen prognostiziert – leicht über dem erwarteten Niveau von 261 Millionen Tonnen zum Ende des laufenden Jahres.

Trotz des leichten Anstiegs bewegen sich die Vorräte weiterhin auf einem Niveau, das nahe an den Tiefständen der vergangenen zehn Jahre liegt. Damit bleibt der Markt anfällig für wetterbedingte Einflüsse, vor allem bis zur endgültigen Ernte. In Teilen der EU herrscht nach wie vor Trockenheit, und auch in chinesischen Anbaugebieten melden Landwirte ungünstige Wetterverläufe.

Auf dem Sojamarkt haben sich die Kurse hingegen positiv entwickelt. Die Preise für Sojabohnen stiegen auf ein Zweiwochenhoch. Grund dafür sind Berichte über Fortschritte in den Handelsgesprächen zwischen den USA und China. Beide Länder haben signalisiert, dass nach zweitägigen Verhandlungen Annäherung erreicht wurde, um bestehende Zollkonflikte abzubauen.

Konkrete Maßnahmen wurden bislang zwar nicht genannt, doch das verbesserte Verhältnis zwischen den beiden Wirtschaftsmächten könnte einen Neustart des unterbrochenen Agrarhandels einleiten. Dies lässt auf eine mögliche Belebung der Sojaexporte hoffen.

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