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John Deere reduziert Produktion und Stellen aufgrund sinkender Verkaufszahlen

John Deere hat angekündigt, die Produktion von Traktoren zu reduzieren und Arbeitsplätze in seinen nordamerikanischen Werken abzubauen. Grund hierfür sind die sinkenden Verkaufszahlen von Traktoren. Das Unternehmen erwartet weitere Entlassungen.

In einem aktuellen Gewinnaufruf erklärte Cory J. Reed, Präsident der weltweiten Landwirtschafts- und Rasenpflegesparte sowie der Produktions- und Präzisionslandwirtschaft für Amerika und Australien bei Deere & Co:

„Dies zeigt sich wahrscheinlich am besten durch unsere Entscheidung, die Produktion großer Traktoren für den Einzelhandel in Nordamerika in der zweiten Jahreshälfte zu reduzieren. Wir haben das Jahr 2023 mit sehr niedrigen Beständen an großen Traktoren beendet, halten es jedoch für klug, diese Bestände zum Ende des Jahres 2024 noch weiter zu senken. Der Schlüssel hierbei ist, dass wir uns durch die Anpassung an die Nachfrageänderungen die Flexibilität verschaffen, am effizientesten auf die Entwicklungen im nächsten Jahr zu reagieren.“

Berichten zufolge sind von den Entlassungen zwischen 700 und 1.000 Mitarbeiter in Waterloo, Des Moines und Illinois betroffen. Obwohl dies im Gewinnaufruf nicht direkt erwähnt wurde, lag der Schwerpunkt stark auf Kostensenkungsmaßnahmen.

Waterloo, Iowa, ist das Hauptproduktionswerk des Unternehmens, in dem einige der größten Traktormodelle von Deere hergestellt werden, darunter die Serien 7, 8 und 9 sowie Motoren und Antriebsstränge.

Schlechte Aussichten von John Deere

Diese Maßnahmen werden ergriffen, während das Unternehmen seine Prognose für den Rest des Jahres überprüft. Es wird erwartet, dass die Verkaufszahlen je nach Segment und Region um 15% bis 25% sinken werden.

John Deere hat erkannt, dass die Gewinnspannen für Hauptkulturen weiter sinken werden, da die Lagerbestände aufgrund mehrerer Jahre guter Wachstumsbedingungen und Rekordernten weltweit über dem Durchschnitt liegen. Zudem sind die Bestände an Gebrauchtmaschinen hoch und die hohen Zinssätze entmutigen Landwirte derzeit von Investitionen in neue Maschinen.

Trotz dieser Herausforderungen bleiben die Managementteams großer amerikanischer Konzerne optimistisch. Es wird erwartet, dass das fortgeschrittene Alter des Maschinenparks, stabile Bodenwerte und starke Bilanzen der Landwirte die Verkaufszahlen auf ein annehmbares Niveau zurückbringen werden.

Neue Produkte für 2025

In der Frage- und Antwort-Runde des Gewinnaufrufs wurden zwei weitere interessante Punkte angesprochen. Erstens plant das Unternehmen für 2025 eine große Produkteinführung, die neue Traktoren und Mähdrescher umfassen wird. Zweitens hat sich die Anzahl der Traktoren mit über 300 PS in den letzten 10 Jahren von 30% auf 70% erhöht, wobei die Anzahl der Einheiten leicht zurückgegangen ist. Die steigende Nachfrage nach leistungsstarken Geräten, wie beispielsweise Sämaschinen, wird nach Ansicht des Unternehmens für eine gesunde Nachfrage nach großen Gebrauchttraktoren sorgen.

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