In der Landwirtschaft stehen Innovationen oft vor Herausforderungen. Besonders in Niedersachsen wird diskutiert, wie viel Risiko die Branche eingehen darf, um zukunftsfähig zu bleiben. Diese Themen bestimmten auch den Niedersachsenabend auf der Grünen Woche in Berlin.
Neue Ideen treffen auf bürokratische Hürden
Holger Hennies, der Präsident des Landvolks Niedersachsen, betonte, dass Innovationen nicht an fehlenden Ideen scheitern, sondern an der Umsetzung. Der Übergang von der Theorie zur Praxis sei oft problematisch. Unternehmen mit marktreifen Konzepten stünden vor Hindernissen wie Genehmigungsverfahren, die sich über Jahre hinziehen können. Besonders betroffen seien Start-ups und landwirtschaftliche Betriebe, die neue Verfahren testen wollen.
Risikobereitschaft als Schlüssel zum Fortschritt
Hennies machte deutlich, dass ein Umdenken in Bezug auf Risiken notwendig ist. Fortschritte gelängen nur durch eine offene Haltung gegenüber neuen Techniken und Züchtungsmethoden. Er wies darauf hin, dass andere Regionen wie Bayern und Aachen bei der Förderung von Start-ups erfolgreicher seien, weil dort unternehmerisches Denken stärker gefördert werde.
- Unterstützung durch kluge Begleitung
- Vermeidung typischer Gründungsfehler
- Bedeutung von Durchhaltevermögen
Niedersachsen muss selbstbewusster auftreten
Der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies sprach sich für mehr Selbstbewusstsein des Agrarstandorts Niedersachsen aus. Oft werde bei innovativen Themen zuerst an Berlin oder München gedacht. Lies betonte jedoch die Stärken Niedersachsens und forderte dazu auf, diese selbstbewusst zu präsentieren.
Trotz bestehender Fördermöglichkeiten gibt es noch Herausforderungen beim Hochskalieren von Innovationen. Lies hob hervor, dass es entscheidend sei, die Wertschöpfung im Land zu halten und passende Förderinstrumente zu schaffen.
Unabhängigkeit und Resilienz als langfristige Ziele
Agrarministerin Miriam Staudte lenkte den Blick auf größere Zusammenhänge wie globale Krisen und Handelskonflikte. Sie fragte, wie die Gesellschaft wirtschaftlich widerstandsfähiger werden könne. Kooperation entlang der gesamten Wertschöpfungskette sei dafür unerlässlich.
Niedersachsen böte einzigartige Voraussetzungen für Innovationen durch eine Kombination aus Landfläche, starker Landwirtschaft und wissenschaftlicher Unterstützung. Staudte betonte die Notwendigkeit des kontinuierlichen Innovationsmutes sowohl bei jungen Gründern als auch bei etablierten Unternehmen.
Der Niedersachsenabend verdeutlichte: Die Diskussion um landwirtschaftliche Innovationen ist längst eine gesellschaftliche Grundsatzfrage geworden – es geht um Mut zum Fortschritt und den Umgang mit Risiken.
