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Früher Hagel gefährdet Landwirtschaftsflächen

Die Vegetation und ungewöhnlich frühe Hagelschauer stellen die deutsche Landwirtschaft bereits in der ersten Aprilhälfte vor große Herausforderungen. Laut der Vereinigten Hagelversicherung wurden in Deutschland bereits 2.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen durch Hagel beschädigt, ein Monat früher als im Vorjahr. Die Hagelsaison hat somit deutlich früher begonnen, was für Landwirte besorgniserregend ist.

Wissenschaftler warnen, dass mit den steigenden Temperaturen durch den Klimawandel auch die Gefahr von Hagel zunimmt. Bereits in der ersten Aprilwoche verursachten Hagelschauer in Mestlin in Mecklenburg-Vorpommern erhebliche Schäden an Rapsfeldern, indem sie Triebe abbrachen. Weiterführende Unwetter folgten den warmen Frühlingstagen und richteten an verschiedenen Orten Deutschlands Schäden an Ackerkulturen, Beeren- und Kernobst sowie an Winterspinat und Lauchzwiebeln an.

Die Vereinigte Hagel empfiehlt Landwirten dringend, ihren aktuellen Anbau bis zum 31. Mai zu deklarieren, da die Vorausdeckung für landwirtschaftliche Kulturen an diesem Datum endet. Die Versicherung reagiert damit auf die gestiegene Frequenz und Intensität der Hagelereignisse.

Schwere Gewitter mit großem Hagel werden immer häufiger und heftiger. Während Hagel traditionell in den Monaten Mai bis August auftritt, deuten Wetterdaten darauf hin, dass schwere Hagelereignisse zukünftig häufiger auftreten werden. In wärmerer Luft schmelzen kleinere Hagelkörner schneller, was zu weniger, aber intensiveren Hagelschauern mit größeren Körnern führt. Diese Tendenz wurde im vergangenen Jahr durch Rekordhagel bestätigt, als in Norditalien ein Hagelkorn mit einem Durchmesser von 19 Zentimetern gemessen wurde – das größte bisher in Europa.

Die finanziellen Auswirkungen dieser Ereignisse sind erheblich. Die Verti Versicherung AG berichtet, dass die durch Sturm und Hagel verursachten Schäden in Bayern im Jahr 2023 die Schadensfälle in allen anderen Bundesländern überstiegen und insgesamt mehr als doppelt so hoch waren wie im Vorjahr. Dies unterstreicht die zunehmende Bedrohung durch extreme Wetterereignisse, die durch den Klimawandel verstärkt wird.

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