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Weizenpreise sinken trotz Wetterrisiken und Erntefortschritt

Die Notierungen für Weizen stehen weiterhin unter Druck. Obwohl geopolitische Spannungen anhalten und Wetterrisiken bestehen, setzt sich der Preisrückgang fort. Besonders die schnellen Erntefortschritte in den USA sowie eine positive Marktlage bei Gerste und Weizen in Europa beeinflussen die Kursentwicklung.

In den Vereinigten Staaten ist die Ernte beim Winterweizen bereits weit vorangeschritten. Nach aktuellen Daten wurden bis Anfang Juli rund 53 Prozent der Flächen abgeerntet. In der Vorwoche lag der Wert noch bei 37 Prozent. Dieser zügige Fortschritt sorgt an den internationalen Börsen für ein Überangebotssignal. Die Prognose für die globale Weizenernte liegt laut aktuellen Schätzungen bei rund 805 Millionen Tonnen.

Auch die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) geht von einer insgesamt größeren Getreideproduktion aus. Für das kommende Wirtschaftsjahr 2025/26 wird eine weltweite Erntemenge von 2,9 Milliarden Tonnen erwartet – ein Plus von 2,3 Prozent im Vergleich zur Vorsaison. Die globalen Lagerbestände könnten auf 889 Millionen Tonnen anwachsen, was einem Zuwachs von 2,2 Prozent entspräche.

In Frankreich verläuft die Ernte ebenfalls schneller als im langjährigen Mittel. Das staatliche Analysebüro FranceAgriMer meldet einen Erntefortschritt von elf Prozent beim Weizen – deutlich mehr als die üblichen vier Prozent zu diesem Zeitpunkt. Trotz hoher Temperaturen und Trockenheit rechnet man dort kaum mit nennenswerten Ertragseinbußen. Auch für die übrige EU werden derzeit keine größeren Schäden an den Beständen gemeldet.

Russland kündigte unterdessen an, ab dem 9. Juli die Exportsteuer auf Getreide erneut aufzuheben. Diese Maßnahme könnte den globalen Markt zusätzlich unter Druck setzen, da mehr Ware zu günstigen Konditionen angeboten wird. Parallel dazu bleibt die Nachfrage auf dem Weltmarkt zurückhaltend, was die Preisbildung weiter belastet.

Die Situation in Deutschland zeigt ein gemischtes Bild. In den frühen Anbaugebieten ist die Gerstenernte gut angelaufen. Berichtet wird von hohen Hektolitergewichten und erfreulichen Erträgen. Teile der Ernte gelangen bereits in den Handel, während andere Chargen zunächst eingelagert werden. Auch beim Weizen zeigen sich erste gute Ergebnisse, insbesondere im Südwesten der Bundesrepublik.

Die derzeit am Markt erzielten Preise für Getreide spiegeln die komplexe Lage wider. Hohe Erntemengen bei gleichzeitig verhaltener Nachfrage und politische Unwägbarkeiten wirken sich direkt auf die Erlössituation der Betriebe aus. Die Preisentwicklung bleibt daher für viele Landwirte weiterhin von Unsicherheit geprägt.

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