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Düngemittelpreise bleiben hoch – Landwirte zögern beim Einkauf

Im laufenden Jahr haben die Preise für mineralische Dünger trotz zwischenzeitlicher Schwankungen überwiegend auf einem hohen Niveau verharrt. Zum Beginn der Düngesaison 2025/26 zeichnet sich keine Entlastung ab. Besonders die Startpreise für Kalkammonsalpeter (KAS) und Harnstoff liegen zum Teil spürbar über den Vorjahreswerten. Gleichzeitig belasten die historisch niedrigen Getreideerlöse die Budgets der Betriebe und erschweren die Planung für die kommende Aussaat.

Im Jahresverlauf zeigte sich der Markt für Stickstoffdünger insgesamt fest. Der Preis für KAS beträgt aktuell rund 339 Euro pro Tonne frei Hof. Damit liegt er zwar deutlich unter den Forderungen von 385 Euro im Februar, bewegt sich aber weiterhin auf hohem Niveau. Harnstoff mit Ureaseinhibitor kostete Ende August etwa 540 Euro pro Tonne, was einem Anstieg von 20 Euro seit Jahresbeginn entspricht. Nach einem kräftigen Anstieg bis Ende April und einem Rückgang zur Sommerpause pendelten die Notierungen zuletzt seitwärts.

Die Ursachen für die anhaltend hohen Preise sind vielfältig. Anfang Mai sank der KAS-Preis auf etwa 315 Euro je Tonne, was auf die damals günstigeren Gaspreise zurückzuführen war. Harnstoff hielt dagegen seine Preislinie nahezu unverändert. Mittlerweile haben sich die Gaspreise wieder auf das Niveau von Mai eingependelt. Beim KAS gab es im August leichte Abgaben, die vermutlich den Absatz in der Einlagerung beleben sollten. Harnstoff bleibt hingegen teuer, da er auf den internationalen Märkten stark nachgefragt ist.

Besonders die globale Nachfrage beeinflusst die Entwicklung beim Harnstoff. Indien tätigte in diesem Jahr umfangreiche Einkäufe, um die Versorgung sicherzustellen. Das geringere Angebot aus dem Iran infolge der Konflikte mit Israel wirkte zusätzlich preisstützend. Auch China drosselte seine Exporte deutlich, um den Eigenbedarf zu sichern. Diese Kombination sorgte dafür, dass sich die Preise stabilisierten.

Ein weiterer Faktor sind die Handelsströme aus Russland. Seit Juli gelten zusätzliche Zölle auf russischen Dünger. Trotz EU-Sanktionen erreichte ein erheblicher Teil der Lieferungen weiterhin über Umwege den europäischen Markt. Schätzungen zufolge stammt rund ein Viertel des in Deutschland eingesetzten KAS aus russischer Produktion, beim Harnstoff dürfte der Anteil noch höher liegen.

Mögliche Ersatzquellen befinden sich in Nordafrika, Westafrika und Zentralasien. Länder wie Marokko, Algerien, Ägypten oder Nigeria könnten die Versorgung mit Harnstoff in Teilen übernehmen. Allerdings gelten nicht alle Herkunftsländer als zuverlässig, was die Marktunsicherheit erhöht.

Für die kommenden Monate ist noch keine klare Linie bei den Preisen für Stickstoffdünger absehbar. Anfang September waren kaum einheitliche Preisnachlässe erkennbar, das Niveau blieb stabil. Nach Schätzungen ist bislang erst rund ein Drittel der benötigten Mengen von Landwirten geordert worden.

Die aktuell niedrigen Erlöse aus dem Getreideverkauf halten viele Betriebe vom Einkauf zurück. Obwohl es keine Anzeichen für eine akute Knappheit gibt, bestehen derzeit kaum Chancen auf spürbar sinkende Preise. Fachleute empfehlen daher, den Bedarf Schritt für Schritt zu decken. Hinzu kommt, dass ab dem kommenden Jahr für Düngerimporte CO₂-Zertifikate eingeplant sind, was sich zusätzlich auf die Kosten auswirken könnte.

Ersatz durch organische Dünger steht in geringerem Umfang zur Verfügung. Der Rückgang der Schweinehaltung in Deutschland und den Niederlanden hat die Verfügbarkeit von Gülle und anderen Wirtschaftsdüngern reduziert. Damit stehen den Betrieben weniger Alternativen zur Verfügung, um den Einsatz mineralischer Dünger zu begrenzen.

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