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Iran-Konflikt belastet Futtermittelbranche: Hohe Kosten und Risiken

Die Auswirkungen des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten sind in der Futtermittelbranche deutlich zu spüren. Wie der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT) berichtet, sehen sich Tierhalter und Futtermittelhersteller mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Der DVT-Präsident Cord Schiplage hebt hervor, dass vor allem die steigenden Energiekosten auf allen Ebenen – von Strom über Gas bis hin zu Diesel – die Branche belasten. Auch wenn die genaue Höhe der Mehrkosten noch unklar ist, schätzt Schiplage eine mögliche Belastung von etwa 3 bis 5 Euro je Tonne, abhängig von der Dauer des Konflikts.

Lieferketten unter Druck durch geopolitische Spannungen

Neben den Energiekosten sieht der DVT die Risiken für die Lieferketten als noch besorgniserregender an. Viele essentielle Zusatzstoffe wie Vitamine und Aminosäuren kommen aus Asien und müssen über das Rote Meer sowie den Suezkanal nach Europa transportiert werden. Eine Eskalation des Konflikts könnte laut Schiplage ernsthafte Probleme verursachen.

Die Abhängigkeit von Importen wird besonders bei bestimmten Aminosäuren und Vitaminen deutlich: Der Bedarf an Lysin wird zu über 95 % importiert, während bei Vitaminen je nach Produkt zwischen 60 % und 70 % Abhängigkeit besteht. Trotz eines gewissen Puffers durch erweiterte Lagerkapazitäten seit dem Ukraine-Konflikt bietet dies keine dauerhafte Sicherheit.

DVT gegen Markteingriffe: Fokus auf CO2-Bepreisung

Angesichts der steigenden Energiepreise positioniert sich der DVT klar gegen direkte Markteingriffe. Schiplage betont, dass solche Eingriffe den Markt verzerren und langfristig mehr Schaden als Nutzen bringen könnten. Eine mögliche Entlastungsmaßnahme wäre hingegen die Aussetzung der CO2-Bepreisung, um kurzfristig Druck von der Branche zu nehmen.

Dringlichkeit einer Lösung für EUDR-Verordnung

Zudem bleibt die EU-Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) ein bedeutendes Thema für die Futtermittelindustrie. Dr. Hermann-Josef Baaken vom DVT gibt an, dass diese Verordnung aus Sicht der Wirtschaft überflüssig sei, da bereits seit Jahren entsprechende Schritte unternommen werden. Sollte sie jedoch umgesetzt werden, fordert man eine praktikable und rechtssichere Gestaltung.

Der DVT setzt eine Frist bis Juni 2026 für eine Lösung, damit Unternehmen rechtzeitig für das Wirtschaftsjahr 2027 planen können. Verzögerungen sollen vermieden werden, um Klarheit zu schaffen.

Kostendruck durch EUDR-Verordnung

Die finanziellen Auswirkungen einer falsch umgesetzten EUDR-Verordnung könnten erheblich sein: Zusätzliche Kosten von 50 bis 70 Euro pro Tonne Sojaschrot werden erwartet. Insgesamt schätzt die europäische Futtermittelindustrie einen Gesamtaufwand von rund 1,6 Milliarden Euro allein für die Soja-Beschaffung. Daher fordert Schiplage eine praxisnahe Regelung aus Brüssel als Grundlage für eine wettbewerbsfähige landwirtschaftliche Wertschöpfungskette in Europa.

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