Das US-amerikanische Unternehmen Tyson Foods, einer der größten Fleischproduzenten des Landes, sieht sich gegenwärtig mit einer Vielzahl von rechtlichen Herausforderungen konfrontiert. Jüngst hat sich der Konzern bereit erklärt, eine Summe von 48 Millionen Dollar zur Beilegung einer Sammelklage zu zahlen. Diese Klage wurde von Gastronomiebetrieben angestrengt, die Tyson beschuldigen, die Versorgung mit Schweinefleisch eingeschränkt und die Preise manipuliert zu haben.
Einigungsvorschlag noch nicht endgültig
Der Einigungsvorschlag wurde kürzlich vor einem Bundesgericht in Minnesota eingereicht und steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch den US-Bezirksrichter John Tunheim. Die vorläufige Einigung betrifft eine Vielzahl von Gastronomiebetrieben, darunter Restaurants und Feinkostläden, die zwischen 2014 und 2018 Schweinefleisch von Tyson oder anderen Anbietern bezogen hatten.
Bedeutende Rechtsstreitigkeiten im Fleischsektor
Tyson ist nicht das einzige Unternehmen in der Branche, das mit solchen Vorwürfen konfrontiert ist. Bereits in der Vergangenheit haben andere Fleischproduzenten wie Smithfield und JBS finanzielle Vergleiche abgeschlossen. So hat Smithfield 2022 42 Millionen Dollar gezahlt, während JBS bereits 2021 eine Zahlung von 12,7 Millionen Dollar leistete.
Vorwurf der Weitergabe von Insiderinformationen
Laut Michael Flannery, einem der Hauptanwälte der Kläger, stellt die aktuelle Einigung einen weiteren Fortschritt dar, um gerechte Ergebnisse für die betroffenen Mandanten zu erzielen. Die Kläger werfen Tyson vor, vertrauliche Informationen an ein Beratungsunternehmen weitergegeben zu haben. Diese Informationen sollen zur Preismanipulation genutzt worden sein. Tyson weist diese Anschuldigungen zurück.
Anklagen wegen Preisabsprachen
Neben diesen Vorwürfen steht Tyson auch im Verdacht, Preisabsprachen mit Wettbewerbern getroffen zu haben. Bereits im vergangenen Jahr erklärte sich das Unternehmen bereit, 85 Millionen Dollar zur Beilegung einer Klage von Verbrauchern zu zahlen, die ähnliche Anschuldigungen erhoben hatten. Diese Klagen sind Teil eines umfassenderen Rechtsstreits im Bereich der Rind-, Puten- und Hühnerfleischproduktion.
Anhaltende rechtliche Auseinandersetzungen
Zudem hat Tyson kürzlich zugesagt, 82,5 Millionen Dollar zu zahlen, um eine weitere Sammelklage beizulegen. Diese Klage wurde von Lebensmittelhändlern angestrengt, die dem Unternehmen vorwarfen, durch Angebotsverknappung die Preise für Rindfleisch künstlich erhöht zu haben. Solche Vorwürfe heben die Herausforderungen hervor, denen sich Fleischproduzenten angesichts wachsender Marktregulierungen stellen müssen.
