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Milchmarkt 2026: EU-Produktion steigt, China kauft weniger Milchpulver

Im Jahr 2025 erleben Milcherzeuger in Deutschland das vierte erfolgreiche Jahr in Folge, mit einem voraussichtlichen durchschnittlichen Milchpreis von 51,5 Cent pro Kilogramm. Diese Entwicklung wird jedoch durch verschiedene globale und lokale Faktoren beeinflusst, die sowohl Herausforderungen als auch Chancen für die Landwirte darstellen.

Steigende Milchproduktion in der EU

Die Milchproduktion in der Europäischen Union zeigt eine deutliche Zunahme. Besonders bemerkenswert sind die Entwicklungen in den Niederlanden, wo die Milchanlieferung im Oktober um 7,8 % über dem Vorjahresniveau lag. Entgegen der Bemühungen der niederländischen Regierung, Tierbestände zu reduzieren, stieg die Milchproduktion auch in anderen EU-Ländern wie Frankreich und Österreich signifikant an. Die Marktexpertin Monika Wohlfarth prognostiziert für 2025 ein neues Rekordniveau der Milchanlieferungen in der EU mit einem Anstieg von mehr als 1 %.

Gründe für diese Entwicklung sind unter anderem weniger Kuhschlachtungen, günstige Wetterbedingungen für den Futteranbau und technologische Fortschritte durch Automatisierung. Zudem hat die Blauzungenkrankheit zu einer Verschiebung der saisonalen Milchmenge geführt.

Unterschiedliche Entwicklung in den USA

In den USA verläuft die Situation anders: Hier expandieren die Kuhbestände und erreichen den höchsten Stand seit drei Jahrzehnten. Die Amerikaner investieren stark in neue Verarbeitungsanlagen und steigern kontinuierlich die Fettgehalte ihrer Milchprodukte. Diese Entwicklungen führen zu einer erhöhten Butterproduktion und verstärktem Wettbewerb auf dem Weltmarkt.

Nachfrageschwankungen auf globaler Ebene

Trotz eines größeren Angebots bleibt eine signifikante Steigerung der internationalen Nachfrage aus. Während Käse und Butter stärker nachgefragt werden, sinkt das Interesse an Milchpulver merklich. Besonders China hat seine Importe von Vollmilchpulver fast halbiert, was zu einer verstärkten Präsenz von Produkten aus Neuseeland auf dem Weltmarkt führt. Trotz dieser Marktdynamiken konnten die Exporte aus der EU relativ stabil gehalten werden.

Einfluss des Einzelhandels auf den heimischen Markt

Zuhause in Deutschland verzeichnete der Einzelhandel 2025 einen Anstieg im Verkauf von Milchprodukten. Niedrige Preise förderten insbesondere den Absatz von Butter, deren Preis im Dezember auf nur noch 99 Cent pro 250 g Stück fiel – das niedrigste Niveau seit 2016.

Für zukünftige Milchpreise sieht Monika Wohlfarth jedoch keine positive Prognose. Sie betont, dass vor allem die Erlöse aus Käse einen wesentlichen Einfluss auf die Milchauszahlungspreise haben werden, da über 50 % der deutschen Milchproduktion zu Käse verarbeitet wird.

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