Die Ausbreitung der Vogelgrippe stellt deutsche Geflügelbetriebe weiterhin vor erhebliche Herausforderungen. Seit September dieses Jahres hat sich das H5N1-Virus in allen Bundesländern bemerkbar gemacht, was zu drastischen Maßnahmen führte. So mussten allein in Niedersachsen rund 1,5 Millionen Zuchttiere getötet werden. Auch wenn die Zahl der Ausbrüche in einigen Regionen rückläufig ist, bleibt die Bedrohung präsent.
Anhaltende Infektionen und ihre Ursachen
In der Geflügelhaltung sowie unter Wildvögeln infizieren sich weiterhin zahlreiche Tiere mit dem Virus. Laut Timm Harder vom Friedrich-Löffler-Institut sind auch Füchse, Waschbären und Katzen vereinzelt betroffen. Der Rückgang der Fallzahlen wird teilweise darauf zurückgeführt, dass eine große Anzahl infizierter Kraniche nach Frankreich und Spanien weitergezogen ist. Schätzungen gehen von bis zu 21.000 verendeten Kranichen aus, was als beispielloses Ereignis in Deutschland angesehen wird.
Ursprünge und Verbreitungswege des Virus
Der Ursprung der Infektionswellen lässt sich laut Harder nicht eindeutig bestimmen. Es ist bekannt, dass sich das Virus sowohl unter Geflügel als auch Wildvögeln gegenseitig verbreiten kann. Das H5N1-Virus hat seinen Ursprung in Südchina und ist dort seit 1996 bekannt. Seither kam es immer wieder zu Übertragungen zwischen verschiedenen Vogelarten.
Kein Grund für Vertuschungsvorwürfe
Der Verdacht auf vertuschte Fälle in deutschen Betrieben wurde vom Friedrich-Löffler-Institut zurückgewiesen. Die Betriebe haben ein hohes Interesse an gesunden Beständen und führen umfangreiche Eigenkontrollen durch. Zudem gibt es gesetzliche Regelungen zur Tierseuchenbekämpfung, die ein Monitoring vorsehen. Aufgrund der hohen Sterblichkeit des Virus bei Geflügel wäre eine Verschleierung ohnehin schwer möglich.
Brandenburgs Prognose und Maßnahmen
Trotz regionaler Entspannung erwartet Brandenburgs Agrarministerin Hanka Mittelstädt weitere Ausbrüche im Land. In den letzten zwei Wochen wurden etwa 15.000 neue Fälle gemeldet. Die Ministerin sieht die Gefahr noch nicht gebannt, da viele Wildvögel, insbesondere Wassergeflügel, weiterhin mobil sind.
Aussichten auf Weihnachten trotz Einschränkungen positiv
Trotz der notwendigen Tötung von mindestens 185.000 Tieren in Brandenburg sieht Mittelstädt keine Engpässe bei Gänse- oder Entenbraten für das Weihnachtsfest. Ein großer Teil dieser Vögel stammt aus anderen Ländern wie Polen oder Rumänien, während regionale Anbieter bereits Schlachtungen vorgezogen haben.
Letztlich stehen Landwirte vor der ständigen Herausforderung, ihre Bestände zu schützen und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähige Lösungen zu finden. Die Implementierung strenger Hygienemaßnahmen bleibt dabei unerlässlich.
