Anzeige
 

Gericht lässt Klage gegen John Deere wegen Reparaturrechten zu

Ein US-amerikanisches Gericht hat kürzlich eine bedeutende Entscheidung in einem Verfahren getroffen, das sich gegen den Landtechnikhersteller John Deere richtet. In Illinois wurde ein Antrag des Unternehmens, ein laufendes Verfahren zu stoppen, abgelehnt. Im Zentrum steht eine Klage der US-Wettbewerbsbehörde FTC, die dem Konzern wettbewerbswidriges Verhalten im Zusammenhang mit dem sogenannten „Right to Repair“ vorwirft.

Bereits im Januar 2025 hatte die Federal Trade Commission (FTC) ihre Klage eingereicht. Sie wirft Deere & Company vor, Landwirte und unabhängige Werkstätten systematisch daran zu hindern, Reparaturen an Traktoren und Mähdreschern selbst oder durch Dritte vorzunehmen. Die Behörde argumentiert, dass das Unternehmen seine marktbeherrschende Stellung nutze, um Reparaturdienstleistungen exklusiv über sein eigenes Netzwerk autorisierter Händler anzubieten.

Besonderes Augenmerk richtet sich dabei auf die Diagnosesoftware, die John Deere nur seinen Vertragspartnern zur Verfügung stellt. Ohne diese Programme ist es kaum möglich, komplexe technische Arbeiten an modernen Maschinen durchzuführen – auch dann nicht, wenn Ersatzteile verfügbar sind oder mechanisches Know-how vorhanden ist.

Der Fall liegt derzeit beim Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Illinois. Richter Iain D. Johnston entschied, das Verfahren trotz des Widerstands von John Deere fortzusetzen. Der Konzern hatte sich unter anderem darauf berufen, dass die FTC den betroffenen Markt nicht klar genug definiert habe und Kunden über die Reparaturbedingungen vor dem Kauf informiert gewesen seien.

Zudem vertrat Deere die Auffassung, dass das Unternehmen seinen Kunden stets die Möglichkeit zur Selbstreparatur eingeräumt habe. Auf eine frühere Erklärung des Unternehmens vom Januar verwies man, in der die Verpflichtung zur Unterstützung eigenständiger Wartung betont wurde. Nach Ansicht des Gerichts aber reichen diese Argumente nicht aus, um das Verfahren zu beenden.

Ein Aspekt, den das Gericht in seiner Begründung hervorhob, betrifft die geografische Struktur des US-amerikanischen Landtechnikmarkts. Werkstätten und Vertragspartner liegen oft weit auseinander. In vielen Regionen bleibt Landwirten kaum eine andere Wahl, als Maschinen von John Deere zu kaufen und bei Reparaturen auf das autorisierte Netzwerk zurückzugreifen. Diese eingeschränkte Auswahl ermögliche dem Hersteller laut Gericht überhöhte Preise für Serviceleistungen durchzusetzen.

Außerdem wies Richter Johnston darauf hin, dass die zunehmende Technologisierung der Landtechnik dazu führe, dass Nutzer stärker als früher auf herstellereigene Softwarelösungen angewiesen seien. Durch die Lizenzvergabe ausschließlich an autorisierte Betriebe werde verhindert, dass Landwirte selbst Hand anlegen oder unabhängige Anbieter beauftragen können.

Nach der Entscheidung des Gerichts veröffentlichte das Unternehmen eine Stellungnahme, in der es die Klage als „fundamental fehlerhaft“ und als Angriff auf Innovation und Wettbewerb bezeichnete. Die vorgebrachten Vorwürfe seien nach Darstellung von John Deere sachlich unzutreffend und juristisch unbegründet.

Die jurische Auseinandersetzung um das sogenannte „Recht auf Reparatur“ entwickelt sich damit weiter. Ein Ende dieses Konflikts scheint vorerst nicht in Sicht.

Lesen Sie auch

Die 10 sparsamsten Traktoren 2025 – DLG-PowerMix im Vergleich

Wer beim Traktor auf jeden Liter achtet, sollte diese Zahlen kennen: Der DLG-PowerMix zeigt knallhart, welche Schlepper wirklich sparsam sind – und...

Fendt 728 Vario ist 2025 meistzugelassener Traktor in Deutschland

Die Neuzulassungen von Traktoren im Jahr 2025 zeigen deutlich, dass Fendt die beliebteste Marke unter deutschen Landwirten bleibt. Mit insgesamt 6.314 neu...

Fendt verliert 14,6 % – warum der Marktführer trotzdem gewinnt

Von 7.392 auf 6.314 Traktoren: Fendt verzeichnet den größten Einbruch aller Top-Marken. Dennoch baut der Allgäuer Hersteller seinen Vorsprung aus. Die Erklärung...

Fendt dominiert Traktormarkt: John Deere verliert in den Niederlanden

Die niederländische Landwirtschaft steht 2025 vor der Herausforderung eines schrumpfenden Traktorenmarkts. Mit nur 2.205 neu zugelassenen Traktoren im vergangenen Jahr, die eine...

Weitere Wirtschaftsnachrichten

Tyson Foods zahlt 48 Mio. USD zur Beilegung von Preisabsprachen-Vorwürfen

Der jüngste Vergleich in einem umfassenden Kartellverfahren in der US-amerikanischen Fleischindustrie wirft erneut ein Schlaglicht auf die Preisabsprachen, die den Schweinefleischmarkt in...

Niedersächsisches Finanzgericht: Realverbände nicht als Personengesellschaften besteuert

Ein wegweisendes Urteil des Niedersächsischen Finanzgerichts hat die steuerliche Behandlung von Feldmarkinteressentenschaften in den Fokus gerückt. Diese Realverbände, die im Zuge der...

Rentenbank: Kreditnachfrage der Landwirte boomt dank erneuerbarer Energien

Die Landwirtschaftliche Rentenbank verzeichnet für das Jahr 2025 eine erhebliche Steigerung der Kreditnachfrage in der Agrarbranche. Nachdem das Förderjahr 2024 als besonders...

Agrarrechtler fordert klare Regeln für Rote Gebiete und Düngeverordnung

Die Diskussion um die sogenannten "Roten Gebiete" in Deutschland sorgt weiterhin für Unsicherheit unter Landwirten und politischen Entscheidungsträgern. Diese Gebiete, die aufgrund...

Meldepflicht 2026: Was Betriebe über Wirtschaftsdünger wissen müssen

Ab dem Jahr 2026 unterliegen alle Betriebe in Deutschland, die Wirtschaftsdünger bewegen oder weitergeben, einer strengeren Melde- und Dokumentationspflicht. Diese Anpassungen betreffen...