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Umweltbundesamt bewertet Holz als treibhausschädlich

Der CO2-Rechner des Umweltbundesamtes steht erneut im Fokus der Kritik. In diesem Tool wird der Holzenergie ein höherer CO2-Ausstoß zugeschrieben als dem Heizöl, was in Fachkreisen für Unverständnis sorgt. Gerüchte über eine geplante Abgabe auf Holz-Brennstoffe wurden zwar von der Bundesregierung zurückgewiesen, dennoch bleibt die Berechnungsmethode des Rechners umstritten.

Michaela Kaniber, Bayerns Agrarministerin, hat sich in dieser Angelegenheit an Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir gewandt, der ebenfalls für Wald und Holz verantwortlich ist. Kaniber moniert, dass Holz im aktuellen CO2-Rechner des Umweltbundesamtes schlechter eingestuft wird als fossile Brennstoffe wie Erdöl oder Erdgas. Sie hält diese Darstellung für offensichtlich absurd und sieht darin einen Hinweis auf fehlerhafte Bewertungskriterien. Die Ministerin verweist auf wissenschaftliche Belege, die zeigen, dass der Kohlenstoffkreislauf im Wald durch nachhaltige Bewirtschaftung ausgeglichen ist, da die Kohlenstoffaufnahme durch Wachstum und die Freisetzung durch Nutzung im Gleichgewicht stehen.

Die Behauptung, Holzenergie sei schädlicher als fossile Brennstoffe, wird von Kaniber als bewusste Fehlinformation der Öffentlichkeit kritisiert. Sie argumentiert, dass diese Darstellung aus ideologischen Gründen erfolgt, um die Nutzung von Holz als Energiequelle in ein schlechtes Licht zu rücken. Kaniber fordert, dass der fehlerhafte CO2-Rechner umgehend vom Netz genommen wird, um weitere Irreführungen zu vermeiden. Eine Kopie ihres Schreibens wurde auch an Bundesumweltministerin Steffi Lemke gesendet, die über das Bundesumweltamt wacht.

Zu Beginn des Jahres hatte das Umweltbundesamt Holz noch als treibhausgasneutral in seinem Rechner bewertet, da Holz als nachwachsender Rohstoff während seines Wachstums CO2 bindet und erst am Ende seines Lebenszyklus – sei es durch Verrottung oder Verbrennung – das gespeicherte CO2 wieder freisetzt.

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